Landesweite Razzien

Taiwan kämpft gegen Chinas Jagd auf Top-Techniker

Digital
06.08.2026 10:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Taiwan geht massiv gegen die mutmaßliche illegale Abwerbung von Fachkräften durch chinesische Firmen vor. Bei landesweiten Razzien haben Ermittler Dutzende Standorte durchsucht und mehr als 100 Personen befragt, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte.

Die Ermittlungen richten sich gegen 17 chinesische Unternehmen, die gezielt Experten aus der Chip- und Technologiebranche abwerben sollen.

Die Insel ist eine Halbleiter-Großmacht und betrachtet die Abwerbeversuche als Angriff auf ihre technologische Spitzenstellung. Taiwan, das von China als Teil des eigenen Staatsgebiets angesehen wird, hat sein Vorgehen gegen die nach ihrer Darstellung unlauteren Methoden Pekings zuletzt verschärft.

Laut dem Ermittlungsbüro des Justizministeriums durchsuchten zwischen Mitte Juli und Anfang August 330 Beamte insgesamt 64 Standorte und befragten 114 Personen. Die chinesischen Firmen stünden im Verdacht, illegal Tech-Spezialisten anzuwerben und ohne Genehmigung Büros in Taiwan zu betreiben. Dies untergrabe potenziell die entscheidenden Wettbewerbsvorteile Taiwans, hieß es weiter.

Mehrere börsenotierte Firmen unter Verdacht
Zu den verdächtigen Firmen zählen mehrere börsennotierte chinesische Technologiekonzerne, darunter der Hersteller von Halbleiterausrüstung ACM Research, der Chip-Designer Goke Microelectronics sowie die Batteriehersteller Zhuhai CosMX Battery und Actions Technology. Keines der Unternehmen reagierte umgehend auf eine Bitte der Nachrichtenagentur Reuters um Stellungnahme.

Taiwan hat bereits früher ähnliche Razzien bekanntgegeben, unter anderem im März. Der Behörde zufolge tarnen chinesische Unternehmen ihre Identität üblicherweise, indem sie sich als taiwanische oder ausländische Firmen ausgeben, ohne Genehmigung Büros einrichten und Mitarbeiter entsenden, um illegal taiwanische Talente anzuwerben. Das taiwanische Gesetz verbietet chinesische Investitionen in bestimmten Bereichen der Halbleiter-Lieferkette, einschließlich des Chip-Designs, und erschwert es chinesischen Chip-Firmen damit, legal auf der Insel tätig zu sein.

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