NGO schlägt Alarm

Kinder bekamen bei Testkauf Energydrink

Wien
17.07.2026 11:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einem Testkauf der NGO Foodwatch Österreich haben Kinder zwischen acht und 14 Jahren einen Energydrink bekommen. Es habe keine Nachfragen zum Alter oder einen Hinweis auf den erhöhten Koffeingehalt gegeben, kritisierte die NGO. Tatsächlich gibt es aber keine gesetzliche Altersgrenze für den Verkauf von Energydrinks, nur Empfehlungen.

Die Testkäufe wurden in Filialen der Fast-Food-Kette McDonald's in Wien und Umgebung durchgeführt. Dort wird seit April der sogenannte „Tropical Energy Refresher“ angeboten, der mit jugendlichen Slogans wie „Main Character Energy“ beworben wird. Foodwatch Österreich schickte drei Kinder im Alter von acht, elf und 14 Jahren in Filialen, um das Getränk zu kaufen. Das Ergebnis: Alle drei erhielten den Energydrink ohne Ausweiskontrolle, Nachfrage zum Alter oder Hinweis auf den erhöhten Koffeingehalt.

„Unabhängig davon informieren wir unsere Gäste über den erhöhten Koffeingehalt des Produkts“, hieß es vonseiten des Unternehmens. Tatsächlich weist McDonald's auf seiner Website darauf hin, dass das Getränk Koffein und Taurin enthalte und daher für Kinder und Schwangere oder Stillende nicht empfohlen sei. Der Energydrink hat laut der Fast-Food-Kette einen Koffeingehalt von 31 Milligramm pro 100 Milliliter. Laut Foodwatch macht das bei einem handelsüblichen Becher rund 93 Milligramm Koffein, das ist mehr als in einer 250-Milliliter-Dose Red Bull.

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Für einen durchschnittlichen Zwölfjährigen deckt ein einziges Getränk damit fast 80 Prozent der empfohlenen täglichen Höchstmenge ab.

NGO Foodwatch Österreich

Foodwatch für Altersgrenze
„Für einen durchschnittlichen Zwölfjährigen deckt ein einziges Getränk damit fast 80 Prozent der empfohlenen täglichen Höchstmenge ab. Bis zur Anfrage von Foodwatch war der Koffeingehalt auf der Produktwebsite und am Bestellkiosk nicht ausgewiesen. Erst danach räumte McDonald's Nachbesserungsbedarf ein“, kritisierte die NGO am Freitag in einer Aussendung. Es bräuchte dringend eine gesetzliche Altersgrenze, um Kinder und Jugendliche zu schützen. Foodwatch Österreich hat nun eine Petition für eine Altersgrenze ab 18 Jahren ins Leben gerufen. Diese hatten mit Stand Freitagmittag mehr als 9000 Menschen unterschrieben.

In Österreich warnen Ärztinnen und Ärzte immer wieder vor den Risiken für Kinder und Jugendliche, eine Altersgrenze für den Verkauf gibt es aber nicht. Länder wie Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und Bulgarien haben ein gesetzliches Mindestalter von 18 Jahren. In Großbritannien wird der Verkauf von Energydrinks an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ab April 2027 verboten. Das Gesetz gilt für Getränke, die mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter enthalten. Kaffee und Tee sind ausgenommen.

„Wir wissen, dass Tausende Kinder in England sie (Energydrinks, Anm.) täglich konsumieren, aber die Belege sind eindeutig, dass dies Angstzustände verursachen, ihren Schlaf und ihre Konzentration beeinträchtigen und sich nachteilig auf ihre Bildung auswirken kann“, sagte die zuständige Abgeordnete Sharon Hodgson.

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