Eine regelrechte Welle der Empörung haben die geplanten Kürzungen bei den Budgets der Universitäten ausgelöst. Ein Blick hinter den Kulissen zeigt jedoch, dass auf den Unis viel Sparpotential vorhanden ist. So leistet sich Österreich Lehrgänge mit nur fünf Studenten. Eine Bereinigung ist das Gebot der Stunde.
Das Masterstudium Slawistik an der Uni Klagenfurt absolvieren aktuell fünf Studenten. An der Uni Innsbruck sind es zwölf. Insgesamt wird Slawistik an vier Universitäten angeboten.
„Wir haben 77 Einrichtungen und 3600 Studienangebote. Viele davon sind sehr klein und weit entfernt von einer kritischen Größe. Wir müssen schauen, welche Angebote wo sinnvoll sind“, sagt NEOS-Wissenschaftssprecherin Martina Künsberg-Sarre im Gespräch mit der „Krone“.
Es gehe nicht darum, einzelne Studienrichtungen abzuschaffen, „aber um Zusammenlegungen, Schwerpunktsetzungen und Profilschärfung der einzelnen Einrichtungen“.
19 Studierende im Masterstudium der Chemie
Weitere Beispiele: An der Akademie der Bildenden Künste sowie an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz studieren sowohl im Masterstudium als auch im Bachelorstudium weniger als 100 Leute Architektur. An TU in Wien und an der BOKU absolvieren jeweils 19 Personen das Masterstudium der Chemie.
Auf der anderen Seite wird in manchen Fächern der Arbeitsmarkt geradezu mit Absolventen geflutet. Dazu gehört etwa Journalismus und Publizistik. Diese Disziplin kann man an mehreren Fachhochschulen und Unis studieren. Darüber hinaus bieten auch einige Akademien Journalismus-Ausbildungen an. Jährlich werden Hunderte Journalisten ausgebildet, obwohl es auf dem Arbeitsmarkt dafür keinerlei Bedarf gibt.
Alleine das Bachelorstudium Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien haben aktuell rund 2600 Studierende inskribiert. Es gibt jedes Jahr 970 Studienplätze.
Hochschulen sind selten in Rankings, MedUni als Ausnahme
Der internationale Vergleich zeigt, dass Österreich relativ viel Geld für seine Hochschulen ausgibt. Gemessen am BIP-Anteil liegen wir im EU-Ranking auf Platz zwei, gemessen an den Ausgaben pro Student (27.000 Euro pro Jahr und Kopf) ist es der vierte Platz. Im Exzellenz-Ranking können Österreichs Unis nämlich nicht mithalten.
Die Universität Wien ist zum zweiten Mal in Folge die einzige österreichische Uni unter den Top 100 des Times Higher Education World University Rankings mit Platz 95. Hervorzuheben wäre auch die MedUni Wien: Sie erreichte in dem aktuell erschienenen Ranking by Subject 2026 in der Fächergruppe „Medical and Health“ Platz 84 und gehört damit dort zu den Top 100 der Welt.
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