Die 110 Milliarden Dollar (rund 96,44 Milliarden Euro) schwere Übernahme des Unterhaltungskonzerns Warner Bros durch den Rivalen Paramount Skydance stößt auf politischen Widerstand in Großbritannien. Kulturministerin Lisa Nandy teilte am Dienstag mit, ihre Regierung könnte wegen einer möglichen Beeinträchtigung des Wettbewerbs ein Veto gegen die Fusion einlegen.
Paramount äußerte sich zuversichtlich, dass die Medienvielfalt nicht in Gefahr sei. Warner war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Paramount betreibt in Großbritannien den frei empfangbaren TV-Sender Channel 5, der auch Nachrichten ausstrahlt. Zu Warner gehört der Nachrichtensender CNN. Daneben betreiben die beiden Konzerne die Streamingdienste Paramount+ und HBO Max. Diese erreichen im Vergleich zum Branchenprimus jedoch nur geringe Marktanteile im Vereinigten Königreich.
Britische Kartellbehörde schaut genau hin
Die britische Kartellbehörde CMA hatte 2023 weltweit für Schlagzeilen gesorgt, als sie der milliardenschweren Übernahme des Videospiele-Entwicklers Activision Blizzard durch den Softwarekonzern Microsoft zunächst die Genehmigung verweigerte. Nach einigen Zugeständnissen gab sie dann doch grünes Licht.
Den Warner-Deal haben mehrere Staaten wie die USA, China, Deutschland oder Frankreich bereits durchgewunken. Die Europäische Union prüft die Transaktion noch. Laut Insidern wird Paramount in den kommenden Tagen den Verkauf von Unternehmensteilen anbieten, um Wettbewerbsbedenken zu zerstreuen.
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