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Direktor im Interview:

„Musste stark sein, aber zuhause kamen die Tränen“

Oberösterreich
26.06.2026 05:00

In einer Mittelschule in Taufkirchen tötete ein Lehrer seine Kollegin, verübte danach Suizid. Direktor Hans Peter Rockenschaub sprach mit der „Krone“ in einem sehr emotionalen Interview über die Trauer, den Zusammenhalt und darüber, wie es nun weitergehen soll.

„Krone“: Herr Direktor: Zwei Wochen sind nach der schrecklichen Tat vergangen. Wie geht es Ihnen persönlich momentan?
Hans Peter Rockenschaub: Es ist eine Zeit gekommen, in der das Funktionieren nicht mehr ganz so wichtig ist, wie es am Anfang war. Die Müdigkeit ist da. Ich denke sehr viel über das Geschehene nach.

Wie ist die derzeitige Lage an der Schule?
Es kehrt schön langsam so etwas wie Normalität ein. Aber wir hören zu Mittag auf, es gibt keinen Nachmittagsunterricht. Prüfungen, die nicht notwendig sind, werden abgesagt. Die Schüler waren die vergangenen beiden Tage auf Einladung des Schärdinger Bürgermeisters im Freibad. Es ist zur Ablenkung gedacht. Um den Kindern etwas Gutes zu tun, ein anderes Umfeld zu schaffen und um sie von dem Ort, an dem die Tat passiert ist, wegzuholen.

Wie haben Sie persönlich die ersten Tage nach der Tat an Ihrer Schule erlebt?Ich musste stark für die Kollegen und die Kinder sein. Zu Hause haben dann das Nachdenken und die Fassungslosigkeit begonnen. Meine Frau und mein Sohn haben mir den Rückhalt gegeben. Wir haben miteinander gekocht oder sind schwimmen gegangen. Aber mittlerweile habe ich aufgehört, nach dem Warum zu fragen – weil es nicht zu beantworten ist.

Wo waren Sie zu dem Zeitpunkt, als es passiert ist, und was haben Sie gemacht?
Ich war daheim und habe mich für einen Einsatz der Musikkapelle vorbereitet, die Tracht angezogen. Wir wären zu einem Feuerwehrfest gefahren. Ich habe um 17. 30 Uhr von einem Unfall erfahren, weil Musikkapelle und Feuerwehr in einem Heim untergebracht sind. Die Einsatztruppe ist dann zum Unfallort gefahren. Um halb acht am Abend bin ich vom Bürgermeister verständigt worden und sofort zur Schule gefahren.

Sie haben den Täter früher im Fußball trainiert, kannten ihn eine gefühlte Ewigkeit ...
Ich kannte ihn seit seinem zehnten Lebensjahr, denn ich habe ihn in der Schülerliga im Sportverein in Freinberg trainiert.

Denkt man in so einem Moment, dass man den Menschen eigentlich nie wirklich gekannt hatte oder wie man sich in einem Menschen so täuschen konnte?
Nein. Zu Beginn waren es einfach nur Betroffenheit und Sprachlosigkeit. Im zweiten Moment hab’ ich mir gedacht: ,Das hätte ich ihm nie zugetraut.‘ Aber diese Aussichtslosigkeit in seinem Leben haben wir nie zu fassen bekommen. Die hat er nie nach außen getragen, sondern in sich drinnen versteckt.

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