Erstmals in Europa

Plötzlich schlug beim Dinner ein „Meteorit“ ein

Oberösterreich
15.08.2026 17:00

So ein Abendessen hatte Österreich noch nicht erlebt: Mitten auf einem Feld in Pupping (OÖ) wurde der Boden zur Bühne für ein kulinarisches Experiment der besonderen Art. Ausnahmekoch Klemens Gold spielte dabei mit Fermenten, ungewöhnlichen Aromen und so mancher Überraschung. Doch hinter dem spektakulären Dinner steckte eine Botschaft, die weit über außergewöhnlichen Genuss hinausging.

„Wer anderen eine Grube gräbt …“ – Andreas Achleitner musste bei seiner Begrüßung gar nicht lange warten, bis die ersten Gäste schmunzelten. Denn an diesem Abend war die Grube keine Falle, sondern der vielleicht ungewöhnlichste Platz für ein Abendessen: Mitten im Feld seines Biohofs in Pupping war eine lange Tafel direkt aus dem Boden gestochen worden. Die Gäste saßen auf Erdniveau, umgeben von jenem Grün, aus dem vieles kam, was wenig später auf ihren Tellern landete.

Europa-Premiere für „Farm is Table“
„Farm is Table – Essen, wo das Leben wächst“ nennt sich das Konzept, das gemeinsam mit Gaumen Hoch erstmals in Österreich aufgetischt wurde. Selten dürfte die Nähe zwischen Landwirtschaft und Küche derart wörtlich genommen worden sein: rundherum Erde, Pflanzen und das Feld. Genau darum ging es: um den Boden als oft unterschätztes Multitalent. Er lässt unsere Lebensmittel wachsen, speichert Wasser und CO2 und bietet unzähligen Lebewesen Heimat.

Näher am Ursprung geht kaum: Die Gäste dinierten im Acker.
Näher am Ursprung geht kaum: Die Gäste dinierten im Acker.(Bild: Markus Wenzel)
Die Gastgeber: Alexandra Seyer- Gmeinbauer (Gaumen Hoch) und Andreas Achleitner
Die Gastgeber: Alexandra Seyer- Gmeinbauer (Gaumen Hoch) und Andreas Achleitner(Bild: Markus Wenzel)
Küchenkünstler Klemens Gold in seinem Element
Küchenkünstler Klemens Gold in seinem Element(Bild: Markus Wenzel)
(Bild: Markus Wenzel)
(Bild: Markus Wenzel)
(Bild: Markus Wenzel)
(Bild: Markus Wenzel)
(Bild: Markus Wenzel)
(Bild: Markus Wenzel)

Spitzenkoch zauberte „Die Aura der Erde“
Wie aufregend das schmecken kann, zeigte Klemens Gold. Der begnadete Kulinarik-Tüftler entwickelte eigens für den Abend sein Menü „Die Aura der Erde“ – und machte daraus eine kulinarische Reise, bei der Gemüse weit mehr sein durfte als bloße Beilage. Los ging es mit einem Pilz-Tartelette, später folgten unter anderem Koji-Karotte mit Kimchi, gegrilltes Kraut und eine Aubergine, die mit Heidelbeer-Ferment eingefärbt auf schwarzem Sesam serviert wurde.

Und dann schlug auch noch ein „Meteorit“ ein: fermentierter Apfel mit Dattel, Luftschokolade und Kürbiskern-Nougat. Gold ließ die Kreation vor den Augen seiner Gäste kurzerhand auf den Teller fallen. Ein kleiner Einschlag mit großem Genussfaktor.

Fast alles kommt aus dem Boden
„Farm is Table“ machte sicht- und schmeckbar, was im Alltag so selbstverständlich erscheint: Fast alles, was wir essen, beginnt irgendwo im Boden. Und vielleicht musste Andreas Achleitner dafür tatsächlich erst eine Grube graben, damit man wieder einmal genauer hinschaut, was darin steckt.

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