Ifo-Präsident warnt:

Europa macht sich durch KI-Abhängigkeit verwundbar

Digital
20.06.2026 11:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnt vor einer zu starken Abhängigkeit Europas von KI-Unternehmen aus den USA. Kritische Sektoren wie Forschung, Industrie und Verteidigung seien betroffen, teilte er am Freitag mit. „Die Anordnung der US-Regierung, ausländischen Staatsangehörigen den Zugang zu den neuesten Modellen von Anthropic zu verwehren, zeigt erneut die Verwundbarkeit Europas.“

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte die Firma vorige Woche aus Gründen der nationalen Sicherheit angewiesen, Ausländern die Nutzung ihrer fortschrittlichsten KI-Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“ zu sperren.

Europa hat nur fünf Prozent der KI-Rechenkapazitäten
Fuest weist darauf hin, dass die USA etwa 75 Prozent der globalen Rechenkapazitäten für moderne KI hätten, Europa hingegen nur fünf Prozent. Er forderte, den Ausbau von Rechenzentren, Chipfabriken und Energieinfrastruktur massiv zu beschleunigen.

Gegebenenfalls müssten dafür auch stillgelegte Kraftwerke reaktiviert werden. Es brauche zudem eine klare EU-Strategie: „Wenn die nationalen Regierungen und die EU nicht sofort entschlossen handeln, wird Europa aus dieser Revolution als großer Verlierer hervorgehen,“ warnte Fuest.

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