Junges Tier scheute

New York: Pferdekutsche kippt um, 18-Jähriger tot

Ausland
20.06.2026 11:55

Bei einem tragischen Unfall mit einer Pferdekutsche ist ein 18-jähriger Tourist zu Tode gekommen. Das Gefährt war umgekippt, nachdem das Pferd gescheut hatte. Der Bursche erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. 

Der aus Indien stammende 18-jährige Romanch Mahajan war mit seiner Familie im Central Park in der Pferdekutsche unterwegs gewesen. Die Fahrten durch den berühmten New Yorker Park sind bei Besuchern des „Big Apple“ beliebt – wenn auch nicht unumstritten. Tierschützer kritisieren seit Langem die Haltungsbedingungen der Pferde in der US-Metropole. 

Kutscher unerlaubt abgestiegen
Bei dem tragischen Zwischenfall am vergangenen Mittwoch soll der Kutscher unerlaubterweise von seinem Kutschbock abgestiegen sein, um ein Foto von der Familie zu machen. Das Pferd, der erst sieben Jahre alte Wallach „Sampson“, welcher laut Medienberichten gerade einmal seit sechs Wochen als Kutschpferd eingesetzt wurde, scheute daraufhin und sprang zur Seite. 

Die Mutter des 18-jährigen Romnach wurde aus der Kutsche geschleudert, der Bursche sprang aus dem Gefährt, um seiner Mutter zu helfen. In diesem Moment kippte der Wagen um und traf den Teenager mit voller Wucht. Er erlitt schwere Verletzungen, seine Eltern und der jüngere Bruder kamen mit leichten Verletzungen davon. Obwohl der 18-Jährige sofort in ein Krankenhaus gebracht wurde, konnte er nicht gerettet werden und starb wenig später. 

Bei dem Unglück kippte die Kutsche um, ein 18-Jähriger erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Bei dem Unglück kippte die Kutsche um, ein 18-Jähriger erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.(Bild: AP)

Der Vizepräsident der Kutschergewerkschaft, Alexander Kemp, betonte gegenüber ABC News, wie geschockt und betroffen man angesichts des Vorfalls sei: „Der Kutscher darf nicht vom Wagen absteigen, solange Fahrgäste drinsitzen. Das ist aus Sicherheitsgründen streng verboten.“ Man habe den Stall des Betreibers von dem betroffenen Gespann vorübergehend geschlossen und untersuche den Vorfall: „So etwas ist tatsächlich noch nie vorgekommen.“ 

Auch die Verwaltung des Central Parks bestätigte, dass seit 150 Jahren, in denen die Pferdekutschen im Park fahren, kein menschlicher Todesfall dokumentiert sei. Man nehme das Ganze dennoch sehr ernst und prüfe die Umstände. Das Pferd wird nicht mehr vor der Kutsche eingesetzt, auch der involvierte Kutscher sei inzwischen nicht mehr beschäftigt. 

Bürgermeister will Pferdekutschen abschaffen
Der Vorfall löste erneut eine Diskussion rund um die Pferdekutschen im Central Park aus. In der Vorwoche war eines der Pferde tot zusammengebrochen, inzwischen hatte eine veterinärmedizinische Untersuchung allerdings ergeben, dass das Tier namens „Deniz“ Eiben gefressen hatte. Diese wachsen im Central Park und sind für Pferde giftig, nur wenige Gramm können bereits tödlich sein. 

Tierschützer fordern dennoch ein Ende der besonders bei Touristen beliebten Fahrten. Die Haltungsbedingungen der Pferde seien schlecht, oft auch der Gesundheitszustand. Auch der New Yorker Bürgermeister will die Kutschen im Central Park eigentlich abschaffen. Zohran Mamdani betonte nach dem tödlichen Unfall, man werde nun verstärkt daran arbeiten, und sich dazu mit der Gewerkschaft, den Betreibern der Gespanne und Tierschutzorganisationen austauschen. 

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