Nun wird es in noch mehr Billa- bzw. Billa-Plus-Filialen still. Denn ab 24. Juni soll es in zumindest einer Filiale pro Bezirk in ganz Österreich einmal pro Woche eine Stunde lang deutlich ruhiger zugehen. Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen mit Autismus, ADHS oder andere reizempfindliche Personen.
Während der „Stillen Stunde“ werden Musik, Werbedurchsagen und andere akustische Reize reduziert. So sollen Öfen im Backshop abgedreht und bestellte Ware nicht übergeben, sondern auf der Theke abgelegt werden. Auch das Licht soll gedimmt werden. Abläufe an den Kassen werden angepasst, um den Einkauf möglichst stressfrei zu gestalten. Die Initiative wurde 2021 in Wien gestartet und ist seither laufend erweitert worden.
„Inklusion für alle“
Das Ganze läuft unter dem Motto „Inklusion für alle“. Dazu heißt es auf der Website der Supermarktkette: „Alle Menschen sind unterschiedlich und das ist gut so: So ergibt sich eine bunte, vielfältige Welt! Wir respektieren die Vielfalt unserer Kund:innen, Mitarbeiter:innen und Partner:innen und fördern diese. Mit unserem Handeln möchten wir das Bewusstsein für den Wert von Vielfalt stärken.“
Wie Menschen mit Autismus die Welt wahrnehmen
Für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen stellt der Umgang und die Kommunikation mit anderen Menschen eine große Hürde dar. Sie weisen eine mangelnde Flexibilität und Auffälligkeiten bei der Sensorik auf. Viele Betroffene sind besonders geräusch- und lichtempfindlich, denn ihre Reizverarbeitung funktioniert nicht so gut. Der natürliche Filter, der wichtige von unwichtigen Reizen unterscheidet, fehlt oftmals.
Daher ist alles gleich laut und hell und führt auch bei alltäglichen Situationen zur Überforderung. Autistische Personen haben ein großes Bedürfnis danach, in ihrem Alltag immer gleichbleibende Rituale zu implementieren und eine gewisse Gleichförmigkeit in ihrer Umwelt zu haben.
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