Die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, Israel davon abzuhalten, den Libanon weiter anzugreifen, verlaufen offenbar ins Leere. Denn in der Nacht auf Samstag gab es erneut Luftangriffe im Süden des Landes und mindestens fünf Tote.
Israelische Kampfflugzeuge und Drohnen hätten in der Nacht auf Samstag und in der Früh das Gebiet um die Stadt Nabatieh ins Visier genommen und dabei Wohngebäude zerstört, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Zudem habe die israelische Artillerie die Stadt und ihre Außenbezirke beschossen. Die Menschen seien einem Angriff auf die nahe gelegene Ortschaft Arabsalim zum Opfer gefallen, so NNA. Nabatieh gilt als Hisbollah-Hochburg. Israel und die vom Iran unterstützte Miliz hatten sich am Freitag nach Angaben von Vertretern der USA, Israels und der Hisbollah auf eine Feuerpause geeinigt. Sie sollte am Freitag, 16 Uhr (Ortszeit) in Kraft treten.
Der Libanon hatte am Freitag mindestens 47 Tote bei den jüngsten israelischen Angriffen gemeldet. Die israelische Armee erklärte, vier ihrer Soldaten seien bei Angriffen der Hisbollah getötet worden. Die heftigen gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah hatten das am Mittwoch unterzeichnete Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran gefährdet, das eine Waffenruhe in der gesamten Region einschließlich des Libanon vorsieht.
Witkoff reist zu Gesprächen in die Schweiz
Dennoch dürfte es am Wochenende zu weiteren Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA kommen. Medienberichten zufolge befindet sich Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bereits in der Schweiz, Sondergesandter Steve Witkoff soll dorthin unterwegs sein. Sie sollen mit Vertretern des Mullah-Regimes Gespräche über ein neues Atomabkommen führen.
Auch der iranische Außenminister Abbas Araqchi plane, in die Schweiz zu reisen, zitierte das US-Nachrichtenportal „Axios“ eine informierte Quelle. Dies könne sich aber noch ändern. Die Iraner wollten zunächst abwarten, ob die neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah hält, hieß es weiter.
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