Niederlage vor WM

Vizekanzler streicht Fußball-Förderung für Kinder

Innenpolitik
08.06.2026 05:00

Sportminister Andreas Babler (SPÖ) gibt sich als ÖFB-Fan – für die „Käfig League“ und deren insgesamt 1300 Kinder gibt es aber keinen Cent. So kurz vor der Weltmeisterschaft eine Niederlage für eine ganze Sportnation ...

Österreichs Team-Stars David Alaba und Marko Arnautovic haben in den Wiener Fußballkäfigen das Kicken einst gelernt – und genau in 18 solchen Käfigen in der Bundeshauptstadt bietet die Caritas seit 2010 ein Fußballprojekt an. Alle Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 16 Jahren sind willkommen. Egal, aus welchem Land sie kommen, egal, wie viel Geld ihre Eltern zur Verfügung haben.

Neben Bewegung geht es um Respekt und Teamgeist
20 geschulte Trainer bieten – meist ehrenamtlich – mehrmals die Woche jeweils ein 1,5-Stunden-Training an: Jedes Jahr nehmen 1300 Nachwuchs-Kicker an über 550 Einheiten teil. Mittlerweile begeistert die „Käfig League“ Kinder auch in Niederösterreich, Tirol und Salzburg. Neben gesunder Bewegung stehen die Werte Respekt, Teamgeist und friedliches Miteinander im Mittelpunkt.

Doch das beliebte Angebot gerät unter extremen finanziellen Druck. Und jetzt bleibt laut Caritas auch eine „sehnlichst erhoffte Förderung durch das Sportministerium“ aus. Nun wird in Erwägung gezogen, die Anzahl der bespielten Käfige und das Personal drastisch zu reduzieren. Und die Leidtragenden sind die kleinen Kicker-Stars von übermorgen.

Andreas Babler (SPÖ) beim Gaberln vorm Parlament. Schöne Bilder, mehr nicht.
Andreas Babler (SPÖ) beim Gaberln vorm Parlament. Schöne Bilder, mehr nicht.(Bild: helmut graf)

Die „Krone“ fragte beim Vizekanzler, der sich gerne wie beim Abflug des Nationalteams in die USA im Blitzlichtgewitter als Fußballfan gibt, nach, warum es denn keinen finanziellen Doppelpass für das sportlich-soziale Projekt mehr gibt.

Die Antwort aus dem Ministerium: „Die Käfig League wurde 2023 und 2024 mit jeweils 85.000 Euro gefördert. Im Vorjahr und auch heuer ist eine Förderung nicht möglich. Voraussetzung für die Gewährung ist nämlich auch, dass das Projekt ohne diese nicht stattfinden kann.“

Während Babler bei der Förderung für die Opferschutzstelle Zara einspringt, wird für Jugendfußball also Geld gestrichen!

Bekannte Ex-Profis rund um Gilewicz (5. v. li.) und Scharner (3. v. re.) mit einem Spendenscheck
Bekannte Ex-Profis rund um Gilewicz (5. v. li.) und Scharner (3. v. re.) mit einem Spendenscheck(Bild: Fussballfotograf AT – Vrano)

Etliche Ex-Profis sofort bei Spendenaktion dabei
Um den Spielbetrieb für die 1300 Kinder mit Hängen und Würgen weiter zu gewährleisten, halfen Ex-Fußballstars wie Muhammet Akagündüz, Radoslav Gilewicz, Steffen Hofmann, Stefan Maierhofer, Paul Scharner und Roman Wallner mit einem Benefiz-Turnier. Die eingesammelten 13.500 Euro sind aber leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

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