Anrainerin zog gar um

Krawall-Jugendbande raubt Wienern den Schlaf

Wien
25.07.2026 14:04

Im Miep-Gies-Park in Wien-Meidling halten rücksichtslose Teenies Anrainer nachts wach. Auch die Polizei sowie der Bezirkschef wurden darüber bereits informiert. Eine Betroffene zog deshalb sogar schon um. 

Beinahe täglich werden neue, durch Jugendliche begangene, Taten in unterschiedlichen Bezirken der Stadt bekannt. Zuletzt etwa rund um den Cizekplatz in der Donaustadt – wir berichteten.

Nun wandte sich auch ein besorgter Anrainer des Miep-Gies-Parks in Meidling an die „Krone“. Martin K. erzählt, dass die Lärmbelastung nachts in seiner Wohnhausanlage gerade in den Sommermonaten „unerträglich“ sei. Viele seiner Nachbarn könnten nicht mehr schlafen. Eine Gruppe Jugendlicher schaue laut Videos, schreie und gröle.

„Werde fast jedes Mal angegangen“
Eine Bekannte von Herrn K. sei wegen der Situation sogar weggezogen, behauptet er. „Ich werde fast jedes Mal angegangen, wenn ich rausgehe“, meint er weiter. Manchmal spreche er die Mädels und Burschen auch darauf an. Die Reaktion: Schulterzucken.

Zitat Icon

Die Parkanlage wird im Rahmen des Streifendienstes der zuständigen Polizeiinspektion regelmäßig bestreift.

LPD WIen

Die Anrainer würden sich „alleine gelassen“ fühlen, fasst Herr K. zusammen. Mehrmals hätten sie die Polizei, aber auch die Bezirksvorstehung von den Missständen in Kenntnis gesetzt. Erstere weiß auf „Krone“-Anfrage von zwei Einsätzen seit Anfang Juni, wegen „Erregung ungebührlichen Lärms“. Die Parkanlage werde vom Streifendienst der zuständigen Polizeiinspektion auch regelmäßig kontrolliert, heißt es. Eine besondere Häufung von Beschwerden vernehme die Polizei aber nicht.

Problem bekannt
Selbiges schildert auch Bezirks-Chef Wilfried Zankl (SPÖ). „Eine außergewöhnliche Problemlage ist mir derzeit nicht bekannt“, erklärt er auf Nachfrage. Vereinzelt habe er aber Zuschriften zum Lärm im Miep-Gies-Park bekommen. Und diese lese und beantworte er immer, versichert Zankl. Doch: „Ungebührlich störender Lärm kann nur durch die Polizei verfolgt und geahndet werden.“ Tagsüber unterstütze der Bezirk mit den Fair-Play-Teams, die im öffentlichen Raum unterwegs sind. In den Nachtstunden sei dies aber nicht möglich.

Er halte außerdem ebenso nichts davon, die Parkinfrastruktur wegen der Störenfriede abzumontieren. „Dass Einzelne eine Infrastruktur missbräuchlich nutzen, ist kein Grund, sie allen wegzunehmen“, erklärt Zankl. Dies würde zudem nur zu einem Verdrängungseffekt in die nächste Gasse führen.

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