Im elften Grand Prix der Formel-1-Saison startet erstmals kein Mercedes aus der Pole Position. Weltmeister Lando Norris entschied am Samstag das Qualifying in Ungarn für sich. Hinter dem McLaren-Pilot landeten die beiden Ferraris von Rekordchampion Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Hamilton und WM-Leader Kimi Antonelli wurden wegen Behinderung aber um drei Positionen auf Startplatz fünf bzw. sieben zurückversetzt.
Norris hatte die Bestzeit von Hamilton im Quali-Finish noch um den Hauch von zwölf Tausendstelsekunden unterboten. Für seinen englischen Landsmann, der in Mogyorod bei Budapest bereits achtmal gewonnen hat, kam es eineinhalb Stunden danach aber noch dicker. Er habe Piastri nicht gesehen, argumentierte Hamilton schon vor dem Urteil der Sportkommissare. „Ich habe gedacht, jeder hat seine Runde bereits beendet“, sagte der 41-Jährige. „Es ist verrückt, offensichtlich war es nicht absichtlich.“
Norris konstant stark
Norris war in allen drei Quali-Teilen der Schnellste. Der 26-Jährige hatte schon am Samstagvormittag im dritten freien Training den Ton angegeben und belohnte sich mit seiner insgesamt 17. Karriere-Pole, der ersten als Weltmeister. GP-Sieg hat Norris in dieser Saison ebenfalls noch keinen eingefahren, die Updates an seinem McLaren scheinen aber zu funktionieren. „Ich bin sehr glücklich, zurück an der Spitze zu sein“, sagte der Vorjahressieger. „Am Ende bin ich aber auch ein bisschen positiv überrascht.“
Hamilton hatte seine zehnte Pole Position in Ungarn gejagt – die erste seit seinem Wechsel zu Ferrari und seit genau drei Jahren, als er ebenfalls auf dem Hungaroring ganz vorne gestartet war. Sein bisher erfolgsverwöhntes Ex-Team Mercedes kam auf der langsamen Strecke mit ihren vielen engen Kurven nicht zurecht. Antonelli fehlten am Ende 0,272 Sekunden auf Norris. Sein Teamkollege George Russell musste seinen Boliden unmittelbar nach der Quali wegen des Verlusts von Kühlwasser abstellen.
Mercedes „einfach nicht gut genug“
Im bisherigen Saisonverlauf hatten sich Antonelli (6) und Russell (4) noch die besten Startpositionen untereinander aufgeteilt. In Ungarn hatten die Silberpfeile vor dem Rennen am Sonntag (15.00 Uhr/live ORF 1 und Sky) aber in allen Trainings zu kämpfen. „Wir sind einfach nicht gut genug“, urteilte Teamchef Toto Wolff. „Wir wussten, Budapest wird schwierig. Es war immer eine McLaren- und Ferrari-Strecke.“ Außerdem sei das Überholen mit der vielen Elektro-Energie, die zur Verfügung stehe, besonders schwierig.
Hier der Endstand:
Hier der Stand in der Fahrer-Weltmeisterschaft:
Defekt bei Russell
Russells Rückstand von derzeit 50 WM-Punkten auf seinen Teamkollegen Antonelli könnte im letzten Rennen vor der vierwöchigen Sommerpause größer werden. Erster WM-Verfolger des 19-jährigen Italieners ist mit 45 Zählern Rückstand aber Hamilton. „Mir ist lieber, Norris gewinnt als einer der Ferraris“, sagte Wolff. Trotz der wenigen Überholmöglichkeiten hat auf dem Hungaroring allerdings seit Hamilton 2020 kein Fahrer mehr aus der Pole Position triumphiert.
Red-Bull-Star Max Verstappen kam mit über einer halben Sekunde Rückstand nicht über Startplatz sechs hinaus, profitierte Abends aber von den Strafen für Hamilton und Antonelli. Der Niederländer drehte sich im Quali-Finish zudem in der letzten Kurve, Antonelli und Russell mussten in ihren letzten schnellen Runden damit kurz vom Gas gehen. Verstappens Teamkollege Isack Hadjar war bereits im zweiten Quali-Abschnitt neben der Strecke und landete am Ende auf Platz acht. Mit Oldie Fernando Alonso auf Platz 16 überstand erstmals in dieser Saison ein Aston-Martin-Fahrer die erste Quali-Phase.
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