Details aus Regensburg

Verdächtiger kündigte Banküberfall per Zettel an

Ausland
24.07.2026 17:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Einen Tag nach dem tödlichen Messerangriff auf einen Bankmitarbeiter in Regensburg ist der Verdächtige in Untersuchungshaft gekommen. Er habe dem Mitarbeiter einen Zettel gezeigt, auf dem „unter anderem etwas von einem Überfall und einem Bankraub“ gestanden habe, teilte Robert Fuchs von der Kiminalpolizei mit.

Danach habe der 20-Jährige ein Küchenmesser hochgehalten und den hinter einem Tresen sitzenden Bankmitarbeiter „relativ schnell“ angegriffen, ihm mehrere Messerstiche versetzt, sagte Robert Fuchs weiter. Das Opfer habe gar keine Chance mehr gehabt, dem Tatverdächtigen Geld auszuhändigen. Zeuginnen und Zeugen, darunter ein Kundenehepaar mit einem kleinen Kind, zogen den Verletzten dann in einen anderen Raum. Der 20-Jährige ging wiederum in den hinteren Bereich der Bankfiliale, die Zeuginnen und Zeugen alarmierten die Polizei. Ihnen sei es mithilfe der Einsatzkräfte dann gelungen, sich selbst und den verletzten Mitarbeiter über ein Fenster aus dem Gebäude in Sicherheit zu bringen. Der Mann starb wenig später in einem Krankenhaus.

Nach etwa drei Stunden konnte der Tatverdächtige in der Bank festgenommen werden. Laut Fuchs leistete er keinen Widerstand. Laut Polizeiangaben waren zuerst die Menschen aus der Filiale evakuiert worden, darunter auch zwei Bankmitarbeiter. Im Einsatz waren bis zu 370 Beamtinnen und Beamte.

Der Verdächtige wurde am Freitag einer Haftrichterin vorgeführt.
Der Verdächtige wurde am Freitag einer Haftrichterin vorgeführt.(Bild: glomex)

Täter lebte in Jugendhilfeeinrichtungen
Am Freitag erließ eine Haftrichterin einen Untersuchungsbefehl wegen Mordes in Einheit mit versuchter schwerer räuberischer Erpressung. Der 20-Jährige kam in ein Gefängnis. Im weiteren Verlauf des Verfahrens werde er routinemäßig psychiatrisch begutachtet werden, sagte Behördenvertreter Thomas Schug. Der Verdächtige war der Polizei bereits bekannt. Er war etwa als Jugendlicher mehrmals aus Einrichtungen der Jugendhilfe abgängig. Zudem wurde er bei zwei Kontrollen mit einem Messer und einem Elektroschockgerät erwischt. Daher verhängte die Stadt Regensburg 2023 ein Waffenbesitzverbot gegen ihn.

Bierflasche in Innenhof der Polizei geworfen
Erst in der Nacht auf Mittwoch hatte sich der Mann selbst auf einer Polizeiwache in Regensburg gemeldet und unter anderem angegeben, er habe soeben eine Bierflasche in deren Innenhof geworfen. Er kam in Gewahrsam.

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