Gott, rette den Rave! Als erster von fünf Acts heizte die deutsche Techno-Formation Scooter am Mittwochabend in Schladming beim Summer-Opening ein – so nostalgisch wie aktuell.
Es beginnt mit Richard Strauss. Mit „Also sprach Zarathustra“ nämlich, bekannt aus dem Science-Fiction-Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“. H. P. Baxxter bringt seinen Rave direkt von dort ins Zielstadion der Schladminger Planai, wo 6000 Fans aus halb Europa angereist sind. Obwohl bei weitem nicht ausverkauft, wirkt die Location, als würde sie aus den Nähten platzen. „This is a rave invasion“, sagt er. Die Aliens tanzen im Hintergrund.
Was dann folgte, waren fast eineinhalb Stunden Reise – ins Weltall, ja, aber auch in die Vergangenheit. Scooter, das ist 90er-Jahre pur, und wirkt überraschend wenig aus der Zeit gefallen. Die Hüfte sei nicht mehr ganz so locker mit immerhin 62 Jahren, sagen ein paar Fans, aber H. P. Baxxters Look mit den hellblonden Haaren und Augenbrauenpiercing ist unverändert. Und seine Motivation auch. Bei „Jumping All Over The World“ jumpt er mit seinen sechs jungen, leicht bekleideten Tänzerinnen synchron. Sogar die Schafe am Hang der Planai dürften da ein bisschen gebebt haben.
Bei „J’adore hardcore“ schwingen die Tänzerinnen Flammenschwerter, bei „God Save the Rave“ spürt man religiöse Inbrunst. „Schladming, ihr seid ja alle wahnsinnig!“, sagt er zum Schluss. Die „Döp Döp Döp“-Gesänge hört man noch Stunden später auf den Straßen des steirischen Ski-Mekkas. Ist der Techno zurück? Wenn es nach H. P. Baxxter und dem Publikum in Schladming geht, heißt die Antwort eindeutig Ja.
Heute, Donnerstag, geht der fünftägige Konzertreigen mit Sarah Connor weiter.
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