Die SV Ried freut sich auf zwei weitere „Bonusspiele“, mit denen sie ihre Saison verlängert hat. Die Innviertler spielen am Freitag (19.30) zu Hause und am Pfingstmontag (17.00 – jeweils im sportkrone.at-liveticker) in Wien im Play-off-Finale gegen Rapid um ihre erste Europacup-Teilnahme seit 2012. „Unsere Mannschaft wird jedes Prozent rauskitzeln, das möglich ist“, versprach Ried-Coach Maximilian Senft wohl wissend, dass die Kräfte langsam schwinden. „Wir sind schon sehr am Zahnfleisch unterwegs, ehrlicherweise.“ Dennoch sieht man einen gewichtigen Vorteil.
Zumindest bewahrte Kingstone Mutandwa die Rieder mit seinem zweiten Tor in der Nachspielzeit am Dienstag im Halbfinale gegen den WAC (2:1) vor einer drohenden Verlängerung. Rapid hat vor dem Hinspiel doppelt so lange Pause, vor dem Gang ins Innviertel aber auch den größeren Druck. „Wir haben das europäische Geschäft nicht unbedingt einkalkuliert – in Wien ist das ein bisschen anders“, meinte Senft. „Das Schöne ist, dass sich die Mannschaft dieses Spiel jetzt erarbeitet hat.“
Vorfreude trotz kurzer Regeneration
Der Wiener attestierte seinen „Wikingern“ eine in der Qualifikationsgruppe der Fußball-Bundesliga ungewöhnlich positive Entwicklung im spielerischen Bereich. „Man sieht schon, dass wir speziell zwischen den Sechzehnern ein extrem gutes Kombinationsspiel an den Tag legen“, sagte Senft. Zudem muss sich Rapid vor Mutandwa in Acht nehmen, der sein Trefferkonto in der Liga auf 16 schraubte und damit Rieds Rekordtorschütze in einer Bundesliga-Saison ist.
„Ein schöneres Heimspiel gibt es von den Voraussetzungen her nicht“, sagte Ried-Kapitän Andreas Leitner über das Freitag-Duell mit den Hütteldorfern. „Wir haben zwei weitere Bonusspiele, die wollen wir genauso ziehen und die nächsten zwei Schritte nach Europa gehen.“ Zuletzt waren die Rieder vor 14 Jahren international vertreten, scheiterten damals in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation an Legia Warschau. „Es wird definitiv schwierig, egal, wie die Saisonen der beiden Teams ausgesehen haben“, meinte Leitner im Hinblick auf Rapid. „Da gilt es einfach, noch einmal alles zu aktivieren. Der, der es mehr will, wird es kriegen.“
Auf WAC wartet „Blutauffrischung“
Beim WAC war nach dem zehn Tage zuvor mit einem 1:0-Sieg in Ried geschafften Klassenerhalt samt folgender Party-Reise nach Mallorca etwas die Luft draußen. „Wir sind mit einem blauen Auge aus der Saison rausgekommen, das sollte uns eine Lehre sein“, meinte Trainer Thomas Silberberger. Er müsse seine Spieler aber auch ein bisschen in Schutz nehmen. Er sei der vierte unterschiedliche Übungsleiter der Saison gewesen. „Das macht mit den Jungs auch etwas. Wir haben sie ausgequetscht wie eine Zitrone in den sechs Wochen, seit ich hier bin. Insofern fällt da jetzt schon auch viel ab.“
Silberberger brachte das WAC-Schiff wieder auf Kurs, vertrieb das Abstiegsgespenst. Man müsse nun alles sauber aufarbeiten, meinte der Tiroler. „Wir haben verdammt viel zu tun. Wir werden definitiv einen anderen Kader sehen nächste Saison.“ Mit WM-Teilnehmer Alessandro Schöpf, dessen Wechsel zu Meister LASK laut Medienberichten längst feststehen soll, und Dejan Zukic dürften zumindest zwei Schlüsselspieler den Klub verlassen. Bei Kapitän Dominik Baumgartner und Stürmer Markus Pink bemühen sich die Wolfsberger noch um eine Verlängerung.
„Wir müssen eine neue Mannschaft basteln. Es war eine sehr durchwachsene Saison“, erklärte WAC-Präsident Dietmar Riegler auf Sky. In der Zeit, in der das Team „extrem schlecht“ gewesen sei, sei ihm auch der Willen abgegangen. „Es hat etwas gefehlt, aber kämpfen kann man immer.“ Es werde sicherlich einige Veränderungen geben. „Wir brauchen schon ein bisschen eine Blutauffrischung. Vor allem in der Offensive sind wir extrem schlecht aufgestellt.“ Abhilfe könnte der frühere WAC-Goalgetter Shon Weissman schaffen, der mit Blau-Weiß Linz abgestiegen ist. Riegler bestätigte, dass man mit dem Israeli Gespräche führen werde.
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