Vom Markt verdrängt

UMTS soll GSM bis 2010 vom Handymarkt fegen

Elektronik
20.01.2006 10:51
Mit UMTS lassen sich Fernsehen und Internet direkt und schnell auf das Handy holen. Glaubt man Analysten des Marktforschungsinstituts Forrester, dann wird sich UMTS bis 2010 zur führenden Technologie am Mobilfunksektor entwickeln. Die Anzahl an Mobiltelefonen, die nur die GSM-Technologie unterstützen, wird in den nächsten zwei Jahren stark abfallen.

"2008 werden nur mehr drei Prozent aller europäischen Handynutzer ausschließlich GSM nutzen, bis Ende 2010 wird die Zahl auf ein Prozent sinken", prophezeit Forrester-Analyst Niek van Veen. 

Der große UMTS-Angriff auf die Vorgängertechnologien soll 2007 beginnen, womit auch GPRS stark an Boden verlieren werde. Lediglich 38 Prozent der Telefonkunden werden 2010 ein GPRS-Handy als Hauptgerät nutzen, aktuell sind es 70 Prozent. Verantwortlich dafür, so Forrester, sei der Umstand, dass Ende des laufenden Jahres UMTS-Geräte deutlich kompakter werden, bessere Performance bieten und vor allem im Preis noch deutlich sinken werden. 

"Drei von fünf Nutzern werden 2010 einen UMTS-Vertrag abgeschlossen haben", so van Veen. Großbritannien und Italien werden die UMTS-Verbreitung anführen. Die Forrester-Schätzungen liegen für diese Länder bei 68 und 72 Prozent Marktdurchdringung, und damit deutlich höher als der westeuropäische Durchschnitt von 61 Prozent.

Geringe Anwenderkenntnisse
In der Frage um die mobile Internetnutzung ist Forrester zurückhaltender. Das Erreichen der kritischen Masse durch UMTS werde es zwar ermöglichen mobile Internetservices flächendeckend anzubieten, jedoch werden nur etwa die Hälfe der Telefonkunden auch tatsächlich am Handy surfen. Aktuell sind 90 Prozent aller Telefone Netz-tauglich, jedoch wird 93 Prozent des Datenverkehrs über GSM oder GPRS abgewickelt, so van Veen.

"21 Prozent der europäischen Kunden nutzen mobile Internetdienste, MMS eingerechnet, zumindest ein Mal pro Monat. Bei besserer UMTS-Versorgung wird zwar auch diese Zahl steigen, jedoch nicht im selben Ausmaß." Grund dafür seien mangelnde Anwenderkenntnisse und die fehlende Bereitschaft der Kunden, für die Dienste zu zahlen.(pte)

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