Gnigler Todesschütze

Mord oder Notwehr? Auftakt zum Prozess des Jahres

Salzburg Newsletter
08.05.2026 10:30

Liebe Leser! Es ist Salzburgs wohl aufsehenerregendste Prozess des Jahres: Ab heute muss sich Wolfgang W. (66) vor Gericht verantworten – also jener Mann, der im vergangenen Sommer einen Einbrecher in seinem Haus auf frischer Tat ertappte, sich seine Pistole schnappte und abdrückte. Der Eindringling überlebte nicht, W. wird nun Mord vorgeworfen.  

War es Mord oder doch Notwehr? Diese Frage muss ab heute, Mittwoch, ein Salzburger Geschworengericht klären. Auf der Anklagebank: der 66-jährige Wolfgang W., Angestellter und passionierter Sportschütze. Er erwischte am Nachmittag des 31. Juli 2025 zwei Einbrecher in seinem Haus und erschoss einen der Eindringlinge. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, wirft dem Salzburger Mord vor. Sein Anwalt spricht hingegen von einer „irrtümlichen Annahme einer Notwehrsituation“.

Die Beweislast gegen W. scheint erdrückend. Laut Anklage feuerte er zunächst zwei Warnschüsse ab, zielte dann auf den Oberkörper des Einbrechers und drückte erneut ab. Aus mehr als neun Metern Entfernung traf eine Kugel den Hinterkopf des Opfers. Laut Anklage ging W. in die Knie, um „einen besseren Stand zum Zielen zu haben“. Der Tote war nicht bewaffnet, auch wenn der Angeklagte gegenüber der Polizei stets das Gegenteil behauptet habe. 

Die Schwester des Angeklagten beteuerte gegenüber der „Krone“ stets: „Mein Bruder ist kein Mörder.“ Das wird der Prozess zeigen. Wir wünschen einen schönen Freitag. . . 

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