Sein Opa war einst legendärer Polizeichef – doch der Apfel in einer honorigen Familie fällt weit vom Stamm! Denn gegen den Enkel als schwarzes Schaf laufen heikle Ermittlungen der Wiener Staatsanwaltschaft. Es geht um den Verdacht des kiloweisen Handels mit Cannabis und Kokain.
Im brisanten Akt mit der trockenen Zahl 9St 41/26z der Wiener Staatsanwaltschaft verbirgt sich ein höchst klingender Name. Der junge Mann in den 20ern hat einen berühmten Opa, der einst einer der bekanntesten Polizeipräsidenten im Land war.
Trotz des großväterlichen Vorbilds soll er als schwarzes Schaf der Familie aber offenbar auf die schiefe Bahn geraten sein. Und zwar als mutmaßlicher Dealer! Die Vorwürfe wiegen schwer. Als Wiener Drogenermittler im Auftrag der Justiz dem Verdächtigen die Handschellen anlegen, soll er bereits zwischen eineinhalb bis etwas mehr als drei Kilo Cannabis verkauft haben.
Verräterische Handy-Chats mit Preisliste für Kokain
Suchtmittel und Bargeld werden bei der Razzia in der Wohnung sichergestellt. Außerdem geht es um den schwunghaften Handel mit Kokain. Hier belasten den Präsidenten-Enkel (es gilt die Unschuldsvermutung) verräterische Handy-Chats. Die verschickte Preisliste an potenzielle Kunden: „Ein Gramm 70 Euro.“ Fünf Gramm 350 Euro.“ Zehn Gramm 600 Euro.“
Auch selbst soll der junge Mann Suchtmittel konsumiert haben. Nicht vorbestraft und aus einer gut behüteten Familie musste der Promi-Spross sich seine Zelle im Grauen Haus, dem größten Häfen des Landes, gleich mit zwei Schwerverbrechern teilen. Darunter ein Mordverdächtiger.
Verdächtigen mit klingendem Namen drohen bis zu fünf Jahre Haft
Nach zwei Wochen Untersuchungs-Haft ging der sichtlich gebrochene Verdächtige dann wieder frei. Die Ermittlungen laufen aber parallel weiter. Bei einer Anklage samt allfälliger Verurteilung drohen bis zu fünf Jahre Haft.
Von Skandalen und Legenden: „I bins, dei Präsident“
Den Titel Polizeipräsidenten gab es früher übrigens in allen Bundesländern, seit der Neustrukturierung 2012 aber nur mehr in Wien. Einer der legendärsten Sicherheitschefs der Bundeshauptstadt in der Zweiten Republik war Josef „Joschi“ Holaubek. Über ihn gibt es viele Anekdoten, wie etwa die, dass er einen brandgefährlichen Gefängnis-Ausbrecher mit „I bins, dei Präsident“ zur Aufgabe überreden wollte.
Ein anderer Behördenchef wiederum geriet wegen eines familiären Maturaskandals – seine Frau kaufte Prüfungsfragen für die Tochter – in die Schlagzeilen. Jetzt hat ein Präsidenten-Enkel gegen das Gesetz verstoßen.
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