Die österreichische Datenschutzorganisation noyb bringt im Namen eines LinkedIn-Nutzers Beschwerde bei der heimischen Datenschutzbehörde gegen das Karriere-Netzwerk ein. Hintergrund ist die Praktik von LinkedIn, Nutzern nur gegen Bezahlung der Premiummitgliedschaft die Einsicht aller Profilbesuche zu ermöglichen.
Zahlende Premiummitglieder von LinkedIn können einsehen, wer ihr Profil in den letzten 365 Tagen aufgerufen hat. Für Nutzer der Gratis-Version sind diese Daten eingeschränkt einsehbar. „Daten an die eigenen Nutzer:innen zu verkaufen, ist beliebt bei Unternehmen. Eigentlich hat man aber das Recht, die eigenen Daten gratis zu erhalten“, so Martin Baumann, Datenschutzjurist bei noyb.
Personenbezogene Daten, die im Rahmen einer Premiummitgliedschaft einsehbar seien, müssten im Rahmen eines Auskunftsbegehrens nach Artikel 15 der DSGVO auch für Nutzer und Nutzerinnen eines kostenlosen LinkedIn-Profils zugänglich sein, heißt es in einer Aussendung.
Auskunftsersuchen
Die Organisation will daher im Namen eines LinkedIn-Nutzers Beschwerde bei der österreichischen Datenschutzbehörde einbringen und die vollständige Beantwortung des Auskunftsersuchens fordern. Zusätzlich schlägt noyb die Verhängung einer Geldstrafe vor, um ähnliche Verstöße in Zukunft zu verhindern.
LinkedIn wies die Behauptung zurück. Es sei nicht nur falsch, dass nur Premiummitglieder einsehen könnten, wer ihr Profil aufgerufen hat. „Sondern wir erfüllen auch Artikel 15 der DSGVO, in dem wir die betreffenden Informationen in unseren Datenschutzerklärungen offenlegen“, teilte ein Sprecher von LinkedIn mit.
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