Versteck gestürmt

Sie haben ihn! HiPP-Erpresser ist gefasst

Österreich
02.05.2026 16:59

Das teuflische Hirn hinter der HiPP-Erpressung ist gefasst! 38 Tage lang hatte der Rattengift-Krimi um Babybrei-Gläser Hunderttausende Eltern in blanke Angst versetzt. Am heutigen Samstag stürmten Ermittler das Versteck des feigen Verbrechers in Österreich.

Die Festnahme wurde nach länderübergreifenden Ermittlungen der „SOKO Glas“ im Bundesland Salzburg durchgeführt. Alles deutet ersten Informationen der „Krone“ zufolge darauf hin, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Der 39-jährige Mann forderte demnach zwei Millionen Euro in Kryptowährung vom deutschen Babynahrungs-Riesen.

Vorerst keine Aussage
Er kaufte Babybrei in Supermärkten, fügte Rattengift hinzu und stellte sie wieder ins Regal. Um Kinder krank zu machen? Sie zu töten? Noch gibt es keine Aussage von jenem Menschen, der – was auch immer – in Kauf nahm. Die Ermittler haben ihn im Dauerverhör.

Ermittlungen in Tschechien, Slowakei und Burgenland
Es war ein wahrer Kraftakt, der schließlich zum Erfolg führte. 38 Tage nachdem Alarm geschlagen worden war. Wie mehrfach berichtet, wurden vergiftete HiPP-Gläser in der Tschechien, in der Slowakei und in Schützen am Gebirge im Burgenland gefunden und sichergestellt. Sie alle waren mit einem speziellen Merkmal gekennzeichnet: einem weißen Sticker, von einem roten Kreis umrahmt, am Glasboden.

Fieberhafte Suche nach Glas Nummer sechs
Sechs manipulierte Gläser sollen sich im Umlauf befunden haben – aber lediglich fünf wurden bis dato sichergestellt. Von einem aus dem Burgenland fehlt noch immer jede Spur.

Geschäftsführer Stefan Hipp ist daher immer noch in höchster Alarmbereitschaft, denn der Werbeleitspruch „Dafür stehe ich mit meinem Namen“ hat mit der verbrecherischen Causa unfreiwillig einen Knacks erlitten: „Bumm! Plötzlich war unsere Welt eine andere“, sagte er im Gespräch mit „Krone“-Lokalchef Christoph Budin. „Der Fokus liegt jetzt darauf, dieses eine Glas noch zu finden, was leider noch nicht gelungen ist.“

Elektronische Spuren und Videoüberwachung
Zurück zum mutmaßlichen Täter: Er dürfte sich ein wenig verspekuliert haben, sein Erpresser-Mail landete im Nirwana des Unternehmens, und es endete damit, dass er mit seiner Fake-E-Mail-Adresse elektronische Spuren hinterließ – damit dürfte er wohl nicht gerechnet haben ...

Ebenso wenig wie mit Videoüberwachungen in Supermärkten: Auch die wurden dem Erpresser schlussendlich zum Verhängnis.

Gutachten noch immer ausständig
Babybrei „Karotten mit Kartoffeln“ (190 Gramm), vermischt mit 15 Mikrogramm Rattengift. Was es in einem kleinen, vielleicht sogar geschwächten Körper eines Babys bewirken kann, ist unklar. Das Ergebnis der zusätzlich in Auftrag gegebenen toxikologischen Untersuchung der Staatsanwaltschaft Eisenstadt ist noch ausständig.

Die Infografik zeigt betroffene Länder durch Rattengift in Hipp-Gläsern: Österreich, Tschechien und Slowakei. In Österreich wurde ein Glas in einer Spar-Filiale in Eisenstadt sichergestellt. Der Firmensitz von Hipp liegt in Deutschland. Es gibt Empfehlungen zur Überprüfung der Gläser: weißer Aufkleber mit rotem Kreis am Boden, beschädigter Deckel, fehlender Sicherheitsverschluss und ungewöhnlicher Geruch. Bei Symptomen wie Blutungen oder extremer Schwäche wird geraten, sofort Hilfe zu suchen. Bisher ist die Sorte 'Karotten mit Kartoffeln 190 Gramm' betroffen. Quelle: APA.

Das Gutachten ist das Um und Auf für die Anklage gegen den verhafteten Erpresser. Derzeit wird – abgesehen von vorsätzlicher Gemeingefährdung – wegen versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt. Ist bzw. war die Gift-Menge jedoch so stark, dass sie Kinder hätte töten können, würde das Delikt sogar auf Mordversuch ausgeweitet werden.

Ist der Erpresser ein ehemaliger Mitarbeiter? Viele Fragen sind in diesem Gift-Krimi noch offen. Wir werden sie beantworten.

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