16.01.2006 15:34 |

3D-Visor

Das 3-Meter-Display in der Brille

Um seinen Lieblingsfilm auf einer Drei-Meter-Leinwand zu sehen, geht man entweder ins Kino oder gibt schwer verdientes Geld für einen Beamer aus. Bald geht das aber auch anders! Der Hardware-Hersteller eMagin hat die große Leinwand jetzt in die kleine Brille gepackt. Mit dem 3D-Visor klemmt man sich 266 Zentimeter Bilddiagonale einfach vor die Augen, Surround-Sound und 3D-Feeling in PC-Games inklusive!

Gedacht und gemacht ist die ultimative Video-Brille für Gamer und Filmfreunde. Auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas stellte Hardware-Produzent eMagin den neuen State-Of-The-Art in Sachen 3D-Brille vor. Das 3D-Visor Z800 genannte Teil erzeugt mit zwei eingebauten OLED-Displays eine virtuelle Riesenleinwand, die in der Wirklichkeit einem Bildschirm mit einer Diagonale von 266 Zentimetern entspräche. In die Brille eingebaut ist auch ein Stereo-Headset mit Surround-Funktion und ein Mikrofon.

Für die Gamer-Fraktion besonders interessant ist die 360°-Funktion der Brille. Spielt man einen Ego-Shooter oder ein entsprechendes Adventure-Game, so kann man mit seinem Kopf den Blick der Figur im Spiel steuern. Mittels eingebauter Bewegungssensoren registriert der 3D-Visor nämlich die Kopfbewegung und setzt sie im Spiel um. Unter Windows XP wird die Kopfsteuerung dabei als Maustreiber emuliert. EMagin zufolge sind gängige Spiele wie Unreal Tournament (von 2003 an aufwärts), Half-Life 2 oder Doom 3 voll kompatibel.

Der Anschluss der Brille erfolgt denkbar einfach: Eine externe Box fungiert als Schnittstelle zwischen PC und 3D-Visor. Im Rechner muss sich auf jeden Fall eine 3D-taugliche Grafikkarte mit VGA-Ausgang befinden. Die Box wird außerdem noch via USB-Kabel mit dem PC verbunden und damit auch gleichzeitig mit Strom versorgt. Die Audio In- bzw. Outputs werden ganz normal via Stereo-Klinke angestöpselt. Die OLED-Displays verbrauchen generell sehr wenig Strom, weswegen die Videobrille samt externer Box auch für unterwegs geeignet ist. Deaktiviert man das LCD am Laptop kann sogar noch zusätzlich Energie gespart werden. Das verspricht zumindest der Hersteller.

Nach erfolgter Software-Installation erscheint der 3D-Visor unter Windows XP als Monitor. Man kann ganz normal arbeiten und alle Arten von Videos gucken. Grundsätzlich gilt: Was im normalen PC-Betrieb ein 2D-Bild wäre, bleibt auch in der Videobrille zweidimensional. Im 3D-Modus nutzen die zwei Displays eine Technologie namens Stereovision, die ein „verschmelzen“ der beiden Bilder zu einem ermöglicht. So wie es unsere Augen mit realen Bildern machen. Damit kann man den Kopf im Game drehen und verursacht keine Ruckeleffekte oder Verzerrungen.

Apropos: Mit Brille funktioniert der 3D-Visor natürlich auch. In der Konstruktion ließ man genug Platz um der Standard-Sehhilfe Raum zu geben.

In den USA gibt’s die steile Brille ab Mitte 2006. Kosten soll sie 799 Dollar. Hierzulande wären das 659 Euro. Wenn sich ein Importeur findet, wird der 3D-Visor auch in Österreich erhältlich sein. Man kann die Brille aber auch direkt beim Hersteller ordern, was aber nur in Verbindung mit Kreditkartenbezahlung und saftigen Frachtspesen möglich sein wird.

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