Es ist keine dieser Meldungen, die laut daherkommen. Kein Donnern, kein Pathos. Porsche trennt sich von seinen Anteilen an Bugatti Rimac. Damit endet ein Kapitel, das eigentlich gerade erst begonnen hat. Und auch die Zeit von Bugatti im Volkswagen-Kosmos.
Zur Erinnerung: 2021 hat Porsche gemeinsam mit der kroatischen Elektro-Wunderfirma Rimac Group das Joint Venture Bugatti Rimac gegründet. Die Idee: Französische Hypercar-Legende trifft auf elektrische Zukunft.
Porsche hielt zuletzt 45 Prozent an Bugatti Rimac und zusätzlich 20,6 Prozent an Rimac selbst. Jetzt wird alles verkauft. Komplett.
Wer übernimmt?
Nicht etwa ein anderer Autobauer. Sondern Investoren. Ein Konsortium rund um die US-Investmentfirma HOF Capital, hinter dem die ägyptische Milliardärsfamilie Sawiris steht (u.a. Großaktionär von Adidas und Eigentümer des Hotels „The Chedi Andermatt“ in der Schweiz), steigt ein, dazu Geld aus Abu Dhabi und institutionelle Investoren aus Europa und den USA.
Warum jetzt?
Die offizielle Begründung ist klar formuliert – und zwischen den Zeilen noch klarer: Porsche will sich wieder stärker aufs Kerngeschäft konzentrieren. Nüchtern und vielsagend. Denn die Zeiten sind nicht einfacher geworden. Elektromobilität kostet, Märkte schwanken, und selbst Marken mit Strahlkraft müssen genauer hinschauen, wo sie ihr Geld und ihre Energie investieren. Da werden Projekte, die vor allem glänzen, plötzlich kritisch betrachtet.
Das Ende einer Ära
Mit diesem Schritt endet auch ein Kapitel, das 1998 begonnen hat. Damals hat der Volkswagen-Konzern Bugatti übernommen – und die Marke mit Veyron und Chiron zu dem gemacht, was sie heute ist. Jetzt ist Schluss damit. Bugatti gehört künftig nicht mehr zum VW-Kosmos.
Und was bleibt?
„Porsche war für uns ein entscheidender Partner und wir sind sehr dankbar für die Rolle bei der Gründung von Bugatti Rimac“, sagt Mate Rimac, CEO von Bugatti Rimac. „In dieser Partnerschaft haben wir eine starke Grundlage geschaffen, um unsere langfristige Vision noch schneller umzusetzen. Wir freuen uns nun auf die Zusammenarbeit mit unseren neuen Partnern.“ Für Rimac ist das ein Befreiungsschlag. Für Porsche eher ein Rückzug. Man gibt ein Prestigeprojekt ab, das technologisch spannend war – aber offenbar nicht mehr ins große Ganze passt. Hypercars sind gut fürs Image. Aber nicht zwingend fürs Geschäft.
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