Das E-Auto lädt Stunden – verrechnet wird dann oft auch eine Standgebühr. Tagsüber macht das durchaus Sinn, nachts wird es für die Autobesitzer zur Herausforderung ...
Ein Niederösterreicher staunte nicht schlecht, als er die Rechnung für die Ladevorgänge seines E-Autos zu Gesicht bekam. Mehr als 150 Euro wurden verrechnet – viel davon aber nicht für den Strom selbst, sondern fürs „Parken“. Sein Auto, Baujahr 2019, lädt mittlerweile viel langsamer als neuere Modelle. „Um die Batterie voll zu kriegen, muss ich mehr als drei Stunden laden“, berichtet Horst W. aus Waidhofen an der Thaya .
Als er in Bad Hofgastein (Salzburg) Urlaub machte, schloss er seinen Wagen bei einer Ladesäule an. Als EVN-Kunde bekommt er in seiner niederösterreichischen Heimat zwar Vergünstigungen, sobald die Bundeslandgrenzen verlassen werden, leuchten aber auch „Roaming-Gebühren“ und hohe Standgebühren auf der Rechnung auf.
Zu wenig Infos an der Säule?
„Eine Info an der Ladesäule, dass eine Standgebühr verrechnet wird, wurde nicht ausgewiesen“, sagt er. Da die Säule aber nicht von EVN stammt, kann Horst W. nichts rückerstattet werden. Ärger und Verwirrung von E-Auto-Lenkern kocht vielerorts bei derartigen Fällen immer öfter hoch. Georg Ecker, selbst E-Auto-Fahrer und Energiesprecher der Grünen, betont nun: „Wer sein E-Auto abends einsteckt und über Nacht lädt, tut genau das Richtige: Er nutzt Ladekapazitäten dann, wenn die Nachfrage gering ist – und schont damit das Netz.“ Gebühren an öffentlichen E-Ladesäulen seien tagsüber zwar vernünftig, zwingen nachts jedoch öfters zum Umparken und sorgen so zu Recht für Ärger.
Blockiergebühren an öffentlichen E-Ladesäulen sind tagsüber ein vernünftiges Instrument. Anders sieht die Situation in der Nacht aus.

Grüne NÖ Energiesprecher Georg Ecker
Bild: Imre Antal
Höhere Gebühren seien daher nicht fair. Die Grünen fordern hier einen klareren gesetzlichen Rahmen. „E-Mobilität funktioniert nur, wenn wir die Menschen mitnehmen und nicht mit unsinnigen Gebühren vergraulen“.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.