Im Fall des Rückrufs beim Babynahrungshersteller HiPP wegen mutmaßlich verseuchter Babynahrung mit Rattengift laufen die Ermittlungen der Polizei weiterhin auf Hochtouren und erstrecken sich inzwischen auf vier Länder. Drei Tage nach Bekanntwerden des Falls äußert sich Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) erstmals zu der Causa.
Die Suche nach möglicherweise vergifteter Babynahrung im HiPP-Produkt „Karotten mit Kartoffeln“ (190 Gramm) läuft weiter auf Hochtouren und wird inzwischen in mehreren Ländern geführt – die „Krone“ berichtete.
In Österreich wurden im Bezirk Eisenstadt im Burgenland bereits zwei belastete Babygläschen verkauft, Spar und Maximarkt reagierten umgehend und räumten am Wochenende sämtliche Produkte der Marke aus ihren Regalen. Auch in Tschechien und der Slowakei sind verdächtige Produkte aufgetaucht.
Ministerin ruft zur Vorsicht auf
Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) zeigte sich drei Tage nach Bekanntwerden des Giftfalls im „Ö1 Morgenjournal“ tief betroffen über den Vorfall. Sie sprach davon, dass offenbar aus „kriminellen Motiven“ die Gesundheit von Babys gefährdet worden sei. Neben Eltern mit Babys sollen laut Schumann auch besonders gefährdete Gruppen, etwa Menschen mit Behinderungen, besondere Vorsicht walten lassen.
Insgesamt sind inzwischen vier Länder, darunter Deutschland, in den Fall rund um den Babynahrungshersteller HiPP eingebunden. Im Nachbarland hat sich der Verdacht auf vergiftete Babynahrung bisher jedoch nicht bestätigt. Auslöser des Giftfalls soll ein Erpresserbrief gewesen sein, der in der Zentrale eingegangen sein soll. Das Unternehmen schlug daraufhin Alarm, wodurch der Fall am Freitagabend ins Rollen kam. Einen konkreten Verdächtigen gibt es bislang nicht, die Polizei geht jedoch davon aus, dass mehrere Personen an der Erpressung beteiligt sein könnten.
Gift-Erpressung: Hat HiPP zu spät reagiert?
Auch hier sind offenbar neue Details bekannt geworden: Laut der „Presse“ soll beim Babynahrungshersteller HiPP bereits Ende März eine Erpresser-Mail eingegangen sein. Darin sei eine Forderung von zwei Millionen Euro bis zum 2. April gestellt worden. Andernfalls hätten vergiftete Gläschen in Supermärkten in Brünn (Tschechien), Dunajská Streda (Slowakei) und Eisenstadt (Burgenland) platziert werden sollen. Besonders brisant: Die Mail soll laut dem Bericht erst am 16. April gelesen worden sein – also zwei Wochen nach Ablauf der Frist.
Wenn es zu Zweifeln oder Unsicherheiten kommt, bitte zögern Sie nicht, Hilfe zu holen.
Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ)
Schumann ruft die Bevölkerung dazu auf, die offiziellen Hinweise genau zu beachten. Die Ministerin stützt sich dabei auf die zuvor veröffentlichten Empfehlungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Konkret soll auf eine auffällige Markierung am Gläschen geachtet werden, etwa auf einen weißen Aufkleber mit rotem Rand, erklärt die Gesundheitsministerin. Dieser könne auf eine mögliche Manipulation hinweisen, bei der auch Rattengift im Spiel sein könnte. Zudem könne ein ungewöhnlicher Geruch oder das fehlende „Plopp“-Geräusch beim Öffnen des Glases ein weiteres Warnsignal sein.
„Ich bitte alle Eltern in Österreich: Seien Sie jetzt besonders wachsam, verwenden Sie das betroffene Produkt nicht“, so Schumann.
AGES mahnt: Diese Symptome ernst nehmen
Die AGES rufen bis zur vollständigen Klärung des Falls zu besonderer Vorsicht auf. Die Polizei nimmt weiterhin Hinweise aus der Bevölkerung entgegen. Laut AGES können in Rattengiften enthaltene Wirkstoffe die Blutgerinnung beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind etwa Zahnfleischbluten, Nasenbluten, blaue Flecken oder Blut im Stuhl. „Wenn es zu Zweifeln oder Unsicherheiten kommt, bitte zögern Sie nicht, Hilfe zu holen“, betonte Korinna Schumann ausdrücklich im Zusammenhang mit möglichen Vergiftungssymptomen.
Bei Verdacht auf eine mögliche Vergiftung soll laut Behörden umgehend medizinisches Fachpersonal kontaktiert oder der Notruf der Vergiftungsinformationszentrale unter 01-406-43-43 gewählt werden.
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