Weil der Fußballplatz am Grund der Nachbargemeinde steht, muss er jetzt weichen – das sorgt allerdings für Diskussionen.
Wer derzeit den Sportplatz von Donnerskirchen sieht, bekommt bei dem Anblick vielleicht ein wenig Wehmut: Wo früher die Bälle rollten und gejubelt wurde, haben aktuell die Baumaschinen das Sagen. Die Tore wurden abgebaut, die Zuschauertribüne abgerissen. Wobei: Spielbetrieb gab es hier schon seit zehn Jahren keinen mehr. Zuletzt wurde der Platz nur mehr für das Trainieren von Hunden genutzt. Dennoch sind manche im Ort der Meinung, dass dies der falsche Weg ist. „Den Platz abzureißen, ist eine Schande“, meint SPÖ-Gemeinderat Ludwig Fingerhut.
Grund gehört Nachbarn
Für die Gemeinde ist der Fußballplatz aber vor allem ein schlechtes Geschäft. Denn der Grund gehört nicht Donnerskirchen, sondern der Urbarialgemeinde in Schützen am Gebirge. Und das habe sich die Nachbargemeinde in den vergangenen 30 Jahren gut bezahlen lassen – indexgebunden, sagt Fingerhut.
Zurück zum Urzustand
Jetzt läuft der Pachtvertrag aus. Das bedeutet, dass das Gelände wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden muss. Der Abriss ist laut Fingerhut mit hohen Kosten verbunden. Das Angebot, den Sportplatz gegen ein gleichwertiges Grundstück zu tauschen, sei von Schützen abgelehnt worden, erklärt der SPÖ-Gemeinderat.
Lösungssuche
Er nimmt dabei auch ÖVP-Bürgermeister Johannes Mezgolits in die Pflicht: Dieser hätte schon viel früher eine bessere – vor allem kostengünstigere – Lösung mit der Nachbargemeinde anstreben müssen. Zudem stellt sich für Fingerhut die Frage: Was, wenn irgendwann doch wieder ein Fußballverein hier spielen möchte?
Kein Interesse an Verlängerung
Mezgolits lässt das aber nicht gelten: „Verträge sind einzuhalten.“ Zudem sei die Vereinbarung unkündbar gewesen. Man habe mit dem Vertragspartner verschiedene Optionen durchdiskutiert, sei aber auf keinen grünen Zweig gekommen. Eine Verlängerung der Pacht wäre nur für eine Laufzeit von 20 Jahren möglich gewesen. Kostenpunkt: 210.000 Euro und mehr. Auch diesbezüglich habe es Gespräche gegeben, doch niemand habe Interesse an einer Verlängerung gezeigt.
Keine Kosten für Abriss
Apropos Kosten: Die Ausgaben für Abriss und Renaturierung werden nahezu vollständig vom Verein „Unser Dorf“ übernommen, bei dem Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner Obfrau ist.
Zweiter Platz zum Ausweichen
Warum man einen Sportplatz am Grund der Nachbargemeinde errichtet, kann Mezgolits nicht beantworten, er war damals noch nicht in der Gemeindepolitik. In Richtung Fingerhut meint er, dass dieser bisher selbst keine Initiative bezüglich der Sportplatz-Sache gezeigt habe. Sorgen, dass es künftig keinen Platz zum Trainieren gibt, hat der Ortschef nicht. Für diesen Fall gebe es noch den zweiten, alten Sportplatz.
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