Eine Institution war in Eisenstadt lange Zeit der Altwarenshop Omuletz. Für Kunden stand stets ein breites Sortiment zum Stöbern bereit. Nach 38 Jahren ist Ende Juni aber Schluss.
Wer das Geschäft in der Fanny-Elßler-Gasse betritt, wird sofort von den vielen Sachen und Stücken, die angeboten werden, überwältigt. Bücher, Uhren, Bilder, Schmuck, Teller, Besteck und noch zahlreiche andere Haushaltsgegenstände sind hier zu finden. Altwarenhändlerin Wilma Omuletz kann auf eine große Anzahl an Stammkunden zählen, die hier immer wieder vorbeischauen. „Manche nutzen mein Geschäft auch als Treffpunkt“, erzählt die 74-jährige Frau.
Aller Anfang am Flohmarkt
Begonnen hat alles vor 40 Jahren, als sie selbst einmal in ihrer Wohnung ordentlich durchgeputzt hat. Viele Dinge, die sie nicht mehr benötigte, wollte sie danach einfach wegwerfen. Doch eine Freundin überredete sie, die Sachen auf einem Flohmarkt anzubieten. „Am Ende hatte ich 1700 Schilling verdient“, erinnert sich Omuletz.
Damit war ihre Leidenschaft für Flohmärkte und Altwaren geweckt. Einige Zeit später entschloss sie sich, ihre bisherige Arbeit in einer Botschaft aufzugeben und mit ihrem damaligen Mann ihr erstes Geschäft für Altwaren in Neufeld zu eröffnen. Später kam dann jenes in Eisenstadt dazu, das sie auch heute noch führt. „Es hat mir immer Spaß gemacht“, blickt sie zurück. „Normale Sachen, die man leicht verkaufen kann“, lautete stets ihr Credo beim Sortiment. Und noch eines war ihr wichtig, das von ihren Kunden stets geschätzt wurde: „Die Wilma hat für jedes Geldbörsel etwas“, hieß es immer.
Bücher besonders geschätzt
Eine besondere Leidenschaft waren für sie Bücher – vor allem jene mit Burgenland-Bezug. Das wurde sogar von anderer Seite geschätzt. Ein Buchhändler aus der Landeshauptstadt schickte ihr immer wieder Kunden vorbei, wenn die Burgenland-Lektüre in seinen Regalen vergriffen war. „Geht’s zur Wilma, die hat es sicher, hat er dann gesagt“, erinnert sich die Altwarenhändlerin mit einem Lächeln.
Doch in wenigen Wochen ist endgültig Schluss. „Da ich aus gesundheitlichen Gründen keine Räumungen mehr durchführen kann, rentiert sich das Geschäft immer weniger“, schildert die 74-Jährige. Dann wartet der Ruhestand.
Abschied fällt schwer
Leicht fällt der Abschied aber weder ihr noch den Kunden. „Seit Kurzem kommt immer wieder ein junges Mädchen herein, umarmt mich und sagt: ,Du darfst nicht aufhören’“, schildert Omuletz. Da musste sie selbst zum Weinen anfangen. Bis Ende Juni kann aber noch nach Herzenslust gestöbert werden.
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