Justiz eingeschaltet

Sorge um Gesundheit: Schüler lagen im Asbest-Staub

Burgenland
17.04.2026 08:59

Kurz vor seiner Sperre wegen Asbestbelastung war der Steinbruch in Pilgersdorf im Burgenland noch Schauplatz einer Übung mit hunderten Teilnehmern – darunter auch 27 Schüler. Jetzt wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Verschüttete, Verletzte, Vermisste: Im Oktober des Vorjahres ging es in Pilgersdorf rund. Mehr als 400 Menschen nahmen im Steinbruch an einer großangelegten Katastrophenschutzübung teil. Neben Feuerwehr, Samariterbund und Rotem Kreuz waren auch die Rettungshundebrigade sowie 27 Schüler aus Niederösterreich dabei. Für die Kinder war es ein Erlebnis, für die Einsatzkräfte ein erfolgreiches Training. Zweieinhalb Monate später war derselbe Steinbruch gesperrt – wegen Asbest.

Greenpeace schaltete Staatsanwaltschaft ein
Die Sache könnte jetzt ein Nachspiel haben. Greenpeace hat eine Sachverhaltsdarstellung wegen des „Verdachts strafrechtlich relevanter Tatbestände“ bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. Im Fokus stehen mögliche Verantwortliche auf Landes- und Bezirksebene sowie die Betreiberfirma.

Der Grund: Laut der Umweltschutzorganisation war die Asbestbelastung im Steinbruch spätestens seit 2011 amtsbekannt. Auch im Amtsblatt sei bereits 2014 der Abbau von Chrysotil (Weißasbest) verlautbart und genehmigt worden.

Im Oktober des Vorjahres wurde im Steinbruch noch geübt, kurz darauf war er wegen Asbest ...
Im Oktober des Vorjahres wurde im Steinbruch noch geübt, kurz darauf war er wegen Asbest geschlossen.(Bild: LMS, Krone KREATIV)

Staub eingeatmet
Nicht nur habe keiner der Teilnehmenden eine Schutzmaske getragen, obwohl dies bei der Einfahrt zum Steinbruch ausgeschildert ist, kritisiert die NGO. „Um Bergungen zu proben, wurden Schüler in hochgradig asbesthaltigem Gestein vergraben oder gar auf staubige Förderbänder gelegt, wo zuvor Unmengen an asbestbelastetem Gestein zerkleinert wurden“, sagt Stefan Stadler von Greenpeace. Auch die Kleidung sei dadurch kontaminiert worden, der Staub gelangte so in Autos und Innenräume. „Die Gesundheit der vielen Einsatzkräfte und Freiwilligen wurde aufs Spiel gesetzt“, so Stadler.

Land: Gefährdung war nicht bekannt
Beim Land weist man diese Darstellung aufs Schärfste zurück: Zum Zeitpunkt der Übung habe der Steinbruch über alle aufrechten Genehmigungen verfügt, es seien keinerlei Hinweise auf eine Gefährdungslage vorgelegen. Erst einen Monat nach der Übung seien im Zuge von Kontrollen Gesteinsproben entnommen worden. Dabei habe es sich um eine Analyse der tiefen Gesteinsschichten gehandelt.

Als die Ergebnisse dieser Proben vorlagen, sei es sofort zur Schließung der Abbaustätte gekommen. „Die Behörde hat aus Sicherheitsgründen sofort und absolut korrekt gehandelt“, wird betont.

Alarmstimmung bei Betroffenen
Das Land wirft der Umweltschutzorganisation nun vor, mit ihren „Falschinformationen“ in den Reihen der Feuerwehr sowie der anderen Einsatzorganisationen für Beunruhigung und Verunsicherung zu sorgen. Deswegen habe man umgehend eine Richtigstellung veranlasst.

Vorwurf der Verleumdung
Man sehe der Sachverhaltsdarstellung gelassen entgegen, bewerte das Vorgehen der NGO aber mit großem Befremden, teilt das Büro von Landesrat Heinrich Dorner mit. Man behalte sich jedenfalls vor, bei Bedarf eine Anzeige wegen Verleumdung gegen Greenpeace einzubringen. Ähnliches überlegen auch die Betreiber. 

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