ANTRAG ABGELEHNT

Klassenreform auch im Norden krachend gescheitert!

Burgenland
10.06.2026 17:46
Porträt von Tobias Frank
Von Tobias Frank

Der nächste Paukenschlag in Burgenlands Unterhausfußball. Auch im Norden des Landes wurde der Antrag auf die Klassenzusammenlegung am Dienstagabend sang- und klanglos abgelehnt. Die Reform bleibt damit zwar aus – die Grundsatzfrage bleibt jedoch: Wie lange kann es so weitergehen?

Antrag abgelehnt! Auch im Norden ist die Klassenreform vorerst vom Tisch. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirschblütenhalle in Breitenbrunn sprachen sich die Unterhausvereine überraschend deutlich gegen eine Zusammenlegung der 1. und 2. Klasse aus. Das Ergebnis: 30 zu 16 Stimmen. Die notwendige Mehrheit wurde deutlich verfehlt – die angepriesene Reform ist (vorerst) sang- und klanglos gescheitert! Damit bleibt im Nordburgenland zur kommenden Saison alles beim Alten. Der Stillstand wird bevorzugt…

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Eine regionalere Spielweise auf der untersten Ebene in den kommenden Jahren schließe ich nicht aus. Wir können fehlende Vereine nicht einfach herzaubern.

BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer

Ärger ist groß
Schon vor der entscheidenden Abstimmung prallten die Meinungen aufeinander. In der Halle wurde diskutiert, argumentiert und teils emotional debattiert. Die Unzufriedenheit war bei fast allen Beteiligten zu spüren. „Es wird kein Zuschauerinteresse geben, wenn wir immer gegen die gleichen spielen“ oder „Es muss weiter um den sportlichen Wettbewerb gehen“, hieß es aus der einen Ecke. „Wir kennen die Probleme der Jungs – sie wollen nicht stundenlang durchs Burgenland fahren“, hielt die andere Seite dagegen. Als das Ergebnis verkündet wurde, war die Reaktion eindeutig. Tobendem Applaus stand Enttäuschung und Ärger gegenüber.

„So etwas geht absolut nicht“
So auch beim Initiator des Antrags, Erwin Nemeth. „Der Vizepräsident (Anm.: Robert Wieger) hat den Abend mit seiner Meinung in eine Richtung gelenkt. Ich finde, so etwas geht absolut nicht. Außerdem wussten viele Klubs gar nicht, welche Auswirkungen die Reform gehabt hätte“, äußerte sich der Obmann des UFC St. Georgen kritisch.

Verbandsspitze in der Pflicht
„Die Grundidee der Klassenzusammenlegung an sich ist kein schlechter Ansatz, aber alles war zu überhastet und unvorbereitet. Viele Vereine, auch wir, haben den Antrag im Vorfeld gar nicht gesehen“, ortet Roman Scherhaufer vom ASV Nickelsdorf mögliche Fehler – und nimmt die Verbandsspitze in die Pflicht. „Wir müssen langfristig weg von teuren Legionären. Das gelingt aber nicht von heute auf morgen. Dafür braucht es konkrete Konzepte vom BFV – und nicht einen Antrag wenige Wochen vor Saisonbeginn.“

BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer bleibt weiterhin optimistisch.
BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer bleibt weiterhin optimistisch.(Bild: Imre Antal)

Umfassende Strukturreform
Befürworter und BFV-Präsident Johannes Wutzlhofer bleibt trotz des ablehnenden Ergebnisses optimistisch. „Wir sprechen weiterhin von einer umfassenden Strukturreform und werden versuchen, diese den Vereinen näherzubringen, sobald sie fertig ist. Eine Klassenzusammenlegung wäre ein sinnvoller Zwischenschritt gewesen“, erklärt Wutzlhofer. Endgültig vom Tisch ist das Thema deshalb aber nicht. „Eine regionalere Spielweise auf der untersten Ebene in den kommenden Jahren schließe ich nicht aus. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir fehlende Vereine nicht einfach herzaubern können.“

Sorgen bleiben bestehen
Eines wurde an diesem Abend jedenfalls deutlich: Mit der Abstimmung ist die Diskussion nicht beendet. Zwar bleibt die Klassenstruktur unverändert, die Sorgen der Vereine bleiben jedoch bestehen. Steigende Kosten, immer mehr Legionäre und dünner werdende Kader beschäftigen nahezu alle Klubs. Die Reform blieb im Norden zwar aus – die Grundsatzfrage bleibt jedoch: Wie lange kann es so weitergehen?

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