Strafanzeige

Übung mit 447 Helfern im Asbest-Steinbruch?

Niederösterreich
17.04.2026 06:00

Nächster Aufreger rund um die Diskussion um „Asbest-Steinbrüche“ im Burgenland: Laut Greenpeace fand in einem der betroffenen Werke eine Katastrophenübung statt. Mit dabei: 27 Schüler aus Niederösterreich. Nun wird ermittelt...

Offenbar wider besseren Gefahrenwissens wurde im vergangenen Oktober im Steinbruch Pilgersdorf (Burgenland) der Ernstfall geprobt!Insgesamt nahmen mehrere Hundert Freiwillige daran teil – darunter Feuerwehren aus dem Burgenland und Niederösterreich, das Rote Kreuz, der Arbeiter-Samariterbund, die Rettungshundebrigade sowie auch – und das gilt als besonders alarmierend – 27 Schüler aus Niederösterreich finden sich dort ein! Brisant: Geübt wurde der Ernstfall in einem Gelände, das seit Jahren als asbestbelastet gilt.
Asbestbelastung seit Jahren dokumentiert
Die Problematik ist nicht neu: Die Asbestbelastung im Steinbruch war spätestens seit 2011 amtsbekannt. Luftmessungen im Rahmen von Behördenverfahren zeigten teils sehr hohe Werte, mit über 100.000 Fasern pro Kubikmeter Luft. Der Abbau von asbesthaltigem Gestein wurde zudem bereits in offiziellen Verfahren dokumentiert.

Kritik an Durchführung der Übung
Besonders kritisch sehen Umweltschützer, dass die Übung offenbar direkt im Bereich von Förderanlagen und Steinbrecher durchgeführt wurde – dort, wo laut Fachleuten erhöhte Staub- und Faserbelastung zu erwarten ist. Hinweise auf verpflichtende Schutzmaßnahmen im Gelände standen im Raum, während während der Übung laut vorliegenden Informationen kein durchgängiger Atemschutz getragen wurde.

Greenpeace erstattet Anzeige
Die Organisation Greenpeace hat auf Basis von Rückmeldungen Beteiligter eine Sachverhaltsdarstellung einbringen lassen. Ermittlungen gegen mögliche Verantwortliche auf Landes-, Bezirks- und Betreiberseite werden beantragt.

Stefan Stadler vom Investigativ-Team sagt: „Im vergangenen Herbst wurde eine Katastrophenübung im Steinbruch Pilgersdorf durchgeführt. Um Bergungen zu proben, wurden unter anderem Schülerinnen und Schüler in belastetem Material eingesetzt oder in staubnahen Bereichen positioniert. Eine Übung an einem asbestbelasteten Ort in dieser Form entbehrt aus unserer Sicht der notwendigen Vorsicht.“
Juristische Aufarbeitung angekündigt
In der gesamten Causa steht nun eine rechtliche Prüfung im Raum. Gleichzeitig wollen sich die Steinbruchbetreiber gegen die Vorwürfe und gegen die Kritik der Umweltschützer juristisch zur Wehr setzen.

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