Forscher überrascht

„Dreckiger Eisberg“ entpuppt sich als neue Insel

Wissen
08.04.2026 14:17
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mitten im ewigen Eis der Antarktis sorgt ein Zufallsfund für Aufsehen: Ein internationales Forschungsteam hat im Weddellmeer eine bislang völlig unkartierte Insel entdeckt – und das, weil ein vermeintlicher Eisberg „irgendwie dreckig aussah“. Was zunächst unscheinbar wirkte, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als echtes geografisches Neuland.

Die Entdeckung gelang Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, die seit Anfang Februar mit dem deutschen Forschungseisbrecher „Polarstern“ im Einsatz sind. Wie das Alfred-Wegener-Institut (AWI) mitteilte, zwang sie schlechtes Wetter dazu, Schutz im Windschatten einer Insel zu suchen. Dabei fiel dem Team ein ungewöhnliches Objekt auf.

Forscher entdecken geheimes Mini-Eiland
Ein AWI-Forscher beschrieb die Szene so: Plötzlich sei ein „Eisberg“ aufgetaucht, der „irgendwie dreckig aussah“. Bei näherer Untersuchung stellte sich jedoch heraus, dass es sich nicht um Eis, sondern um festes Land handelte.

(Bild: Alfred-Wegener-Institut / Christian Haas)
(Bild: Alfred-Wegener-Institut / Christian Haas)

Vermessung per Drohne und Echolot
Die neu entdeckte Insel misst rund 130 Meter in der Länge, etwa 50 Meter in der Breite und ist ungefähr 16 Meter hoch. Damit ist sie zwar klein, aber bedeutend genug, um kartografisch erfasst zu werden.

Bisher war das Gebiet lediglich als unerforschte Gefahrenzone verzeichnet – und das auch noch rund eine Seemeile von der tatsächlichen Position entfernt. Mithilfe von Drohnen und einem Echolot wurde die Insel schließlich systematisch vermessen und dokumentiert.

Noch ohne Namen
Einen offiziellen Namen trägt das Eiland bislang nicht. Dieser soll jedoch im Rahmen eines festgelegten Verfahrens vergeben werden. Zudem wird die Insel in internationale Seekarten und relevante Datensätze aufgenommen.

Die Entdeckung zeigt, dass selbst in gut erforschten Regionen wie der Antarktis noch immer Überraschungen möglich sind – manchmal genügt dafür schon ein zweiter Blick auf einen „schmutzigen Eisberg“.

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