Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) streicht jeden vierten Job. Diese Meldung sorgte diese Woche für ein Beben. Ein Kommentar von Claus Meinert, Chefredakteur der „Tiroler Krone“.
Diese Meldung hat eingeschlagen. Martha Schultz, mehr oder weniger freiwillig in das Amt der Wirtschaftskammerpräsidentin gehievt, lässt ihren Ankündigungen Taten folgen. Sie will wirklich einsparen und die Pflichtmitglieder entlasten. Ähnliches wurde von ihren Vorgängern unzählige Male gesagt, passiert ist aber nichts.
200 von 800 Mitarbeitern in der Wirtschaftskammer Österreich, das ist die Dachorganisation der neun Länderkammern, müssen gehen. Nicht zum St. Nimmerleinstag oder durch natürliche Abgänge wie Pensionen, sondern bis 2027.
Nun kann man die Frage stellen, wie man ein Viertel der Belegschaft abbauen kann, ohne dass die Organisation eine Schlagseite bekommt. Und: Was haben diese 200 Mitarbeiter bisher getan, wenn es künftig ohne sie geht? Aber das können wohl nur Insider bzw. die betroffenen Mitarbeiter beantworten.
Freilich kam unmittelbar nach der Ankündigung von Schultz von den Oppositionsparteien, allen voran die FPÖ, die nächste Forderung: Abbau von Mitarbeitern auch in Landeskammern. In Tirol sei in jüngster Zeit personell aufgerüstet worden, ohne spürbaren Nutzen für die Zwangsmitglieder, heißt es dazu.
Fakt ist, die erfolgreiche Unternehmerin Martha Schultz hat Wort gehalten – in der heutigen Zeit eher die Ausnahme denn die Regel. Sie wird so zwar nicht als beliebteste Präsidentin bei den Mitarbeitern in die Geschichte eingehen, aber bei Unternehmern nachhaltig Eindruck hinterlassen.
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