9,4 Prozent Zuwachs

Erneut hohe Steigerung bei kriminellen Teenagern

Innenpolitik
31.03.2026 11:22

Am Dienstag hat Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) die jüngste Anzeigenstatistik präsentiert. Dabei gab es gute und schlechte Nachrichten. Die Zahl der angezeigten Delikte steigt, aber auch die Aufklärungsquote. Erschreckend war der Anstieg der Jugendkriminalität, bei den Zehn- bis 14-Jährigen lag der Zuwachs der angezeigten Delikte bei 9,4 Prozent. Haupttätergruppe sind hier jugendliche Syrer. 

Es gibt gute und schlechte Nachrichten: Zwar steigt die Aufklärungsquote bei den angezeigten Delikten erneut, 53,6 Prozent der Fälle konnten von der Polizei gelöst werden. Aber: Das Verbrechen schläft nicht, die Anzahl der Anzeigen nahm zu. 538.656 waren es im Vorjahr, ein – wenn auch geringfügiger – erneuter Anstieg. 

Es wurden aber auch um rund 10.000 Tatverdächtige mehr ausgeforscht als 2024 – 2025 waren es 345.095 ausgeforschte Verdächtige. 47,7 Prozent von ihnen waren ausländische Staatsbürgerinnen und -bürger. Die meisten kamen aus Rumänien vor Syrien und Deutschland. „Die schlechte Nachricht ist: Es sind mehr geworden. Die gute ist: Wir kriegen sie. Und wir schieben sie auch ab“, sagte Karner. Im Vorjahr seien rund 3000 verurteilte Straftäter abgeschoben worden.

Drohungen im Onlinebereich nehmen zu
Besonders im Bereich Cyberkriminalität gab es eine massive Zunahme, über 62.500 Fälle wurden im vergangenen Jahr angezeigt. Auch Drohungen im Onlinebereich werden immer mehr, hier gab es eine Steigerung um 16,4 Prozent. Innenminister Karner kündigte hier einen Ausbau der Maßnahmen an, nicht nur bei der Schulung der Ermittlungsbeamten, sondern auch, was die Sensibilisierung der Bevölkerung angeht. Dies soll schon in den Schulen bei den jungen Menschen beginnen. 

Kriminelle Jugendliche werden zunehmend zum Problem, auch im vergangenen Jahr gab es hier eine ...
Kriminelle Jugendliche werden zunehmend zum Problem, auch im vergangenen Jahr gab es hier eine Steigerung.(Bild: lev dolgachov – stock.adobe.com)

Erschreckende Steigerung bei kriminellen Jugendlichen
Apropos Jugendliche: Einmal mehr gab es einen erschreckend hohen Zuwachs bei der Jugendkriminalität: 9,4 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr bei den Zehn- bis 14-Jährigen. Statistisch größte Gruppe sind hier jugendliche Syrer. 

Im Jahr 2025 gab es 75.724 Tatverdächtige, die unter 21 Jahre alt waren. Das ist eine Steigerung von 2,3 Prozent. Bei der Zahl der Tatverdächtigen im Alter von 14 bis 18 habe es – im Gegensatz zu den Zehn- bis 14-Jährigen – einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent gegeben

Karner will die bereits im Vorjahr gestarteten Maßnahmen ausbauen – und teils sogar verschärfen. So soll es künftig auch (ein Pilotprojekt mit der Stadt Wien läuft bereits) „gefängnisähnliche Unterbringungen“ in geschlossenen Wohngemeinschaften geben. Auch die Eltern der straffällig gewordenen Jugendlichen will der Innenminister künftig stärker in die Pflicht nehmen. Delikte in diesem Bereich würden besonders im städtischen Bereich vorkommen, Wien werde hier auch weitere Maßnahmen setzen, wie Karner ausführte: „Man hat hier als Politik die Verantwortung, zu handeln. Maßnahmen sind notwendig.“ 

Das Balkendiagramm zeigt die Entwicklung der angezeigten Kriminalitätsfälle in Österreich von 2010 bis 2025. Im Jahr 2025 wurden 538.656 Fälle gemeldet. Das Tortendiagramm stellt die Verteilung der Tatverdächtigen im Jahr 2025 dar: 52,3 % haben österreichische Staatsbürgerschaft, 47,7 % sind ausländische Tatverdächtige. Quelle: BMI.

Der Ressortchef verwies auf die vor zwei Jahren gegründete Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Jugendkriminalität, es werde weitere Schwerpunktaktionen geben. Darüber hinaus sei die Umsetzung des im Regierungsprogramm enthaltenen Maßnahmenpakets notwendig. Das betreffe die gefängnisähnliche Unterbringung von Intensivtätern, dabei sei er der Stadt Wien sehr dankbar, die hier ein Pilotprojekt gestartet habe. Dazu soll das Messertrageverbot kommen, die polizeiliche Belehrung, die sich vor allem an die Eltern richtet, sowie die sicherheitspolizeilichen Fallkonferenzen.

Rückgang bei Einbrüchen und Diebstahl
Mit 163.685 Anzeigen hat sich die Eigentumskriminalität in den letzten beiden Jahrzehnten halbiert. Besonders stark ist der Rückgang bei Wohnraumeinbrüchen (Wohnung und Wohnhaus), aber auch beim Kraftfahrzeugdiebstahl – die in früheren Jahren Problemfelder darstellten. 

Bei den Wohnungs- und Hauseinbrüchen gab es vor 20 Jahren noch rund 20.000 Anzeigen, nun sind es rund 6000. Bei den Raubdelikten sind es nun auch um die Hälfte weniger – von 4500 auf etwas über 2000 Anzeigen innerhalb von 20 Jahren. Den Grund für den Rückgang beim Fahrzeugraub verortete der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, unter anderem bei der Arbeit der „Soko Kfz“, die bereits 2009 gegründet wurde. 

Die klassische Eigentumskriminalität zählt mit 163.685 Anzeigen im Jahr 2025 allerdings immer noch zu einem der bedeutendsten Deliktsfeldern, sagte Ruf. Der Anteil zur Gesamtkriminalität liegt hier bei 30,4 Prozent. „Das subjektive Sicherheitsgefühl der betroffenen Menschen würde sie hier ganz stark beeinflussen“, meinte der Generaldirektor.

Der Direktor des Bundeskriminalamtes (BK) Andreas Holzer, Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und ...
Der Direktor des Bundeskriminalamtes (BK) Andreas Holzer, Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Franz Ruf(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Weitere Schwerpunkte
Ein besonderer Schwerpunkt in der Polizeiarbeit sei aktuell die Gewalt gegen Frauen, im vergangenen Jahr wurde eine Höchstzahl an Betretungsverboten ausgesprochen, führte der Direktor des Bundeskriminalamts, Andreas Holzer, aus. Hier arbeitet man auch mit NGOs zusammen. 

Ein weiterer Fokus wird zudem auf den Sozialleistungsbetrug gelegt, ergänzte Holzer. „Es ist eine Belastung für den Sozialstaat, also für uns alle.“ 2025 gab es nämlich 60.062 Anzeigen in dem Bereich, was ein Plus von 24,6 Prozent bedeutet. Die Aufklärungsquote liegt hier bei nahezu 100 Prozent, „weil der Sozialleistungsbetrug ein Kontrolldelikt“ sei. Holzer avisierte dazu einen Gipfel am 15. April zu diesem Thema, um alle Stakeholder an einen Tisch zu bringen. 

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