Immer öfter kommt es in unseren Gerichten zu Entgleisungen, insbesondere durch Jugendliche. Diese Woche erreichten sie ihren bisherigen Höhepunkt: Zwei Freunde eines Angeklagten im Prozess um Jugendgewalt rasteten im Wiener Landl aus. Die Eskalation mündete in einem Polizeieinsatz.
„Es ist unglaublich, wie wenig Respekt Jugendliche vor Österreichischen Gerichten und Behörden haben“, ist Jurist Philipp Winkler nach einem Prozess um Jugendgewalt, in dem er verteidigte, entsetzt. Sein junger Mandant wurde, gemeinsam mit zwei Mittätern, nach einem brutalen Angriff auf zwei 15-Jährige in einem Meidlinger Park zu teilbedingten Haftstrafen verurteilt. Einer der Täter hatte wie auf einen Fußball auf den Kopf des Opfers eingetreten.
Richter brauchen eine Handhabe, um gegen solche Störenfriede sofort vorzugehen.

Strafverteidiger Philipp Winkler
Bild: Anja Richter
Duo lacht, als das Tatvideo vorgespielt wird
Unbeschreiblich war, was sich während der Gerichtsverhandlung abspielte. Wo zwei Teenager-Freunde eines Angeklagten im Zuschauerraum Platz genommen hatten. Als das Video der schrecklichen Tat vorgespielt wurde, begann die Mutter des Opfers zu weinen. Die beiden Burschen hinter ihr machten sich indes über die Szenen lustig. „Können die beiden zu lachen aufhören?“, ersucht die Frau den Richter, woraufhin sie von den Burschen als „F....“ bezeichnet wird. Herr Rat verweist die Störenfriede des Saales.
Pfiffe und laute Musik, um Prozess zu stören
Nach wenigen Minuten kommt einer von ihnen, der zuvor eine Kapuze auf hatte, ohne diese zurück in den Saal. Als der Richter ihn erneut rausschickt, bekommt auch er sein Fett ab: „Du H........“, beschimpft ihn der Jugendliche wüst. Ein Justizwachebeamter mengt sich ein. Zu diesem sagt der Bursch ungeniert: „Komm raus, gemma kämpfen.“
Damit nicht genug: Offenbar aus Protest auf den Saalverweis, störte das Duo von draußen – spielte laute Musik ab und pfiff. Am Schluss kam es endlich zu einem Polizeieinsatz. „Es ist notwendig, die Identität von Zuhörern zu klären“, fordert Winkler. „Richter brauchen eine Handhabe, um gegen solche Störenfriede sofort vorzugehen.“
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