Trotz Warnstufe 4

Polizei bringt heiklen Song Contest über die Bühne

Wien
18.05.2026 09:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bange Momente am ESC-Wochenende in Wien! Kurz vor dem Finale sahen sich die Sicherheitsbehörden mit einer Reihe von Cyberangriffen konfrontiert. Der Song Contest stellte die Republik vor zahlreiche Herausforderungen, die Einsatzkräfte waren rund um die Uhr im Einsatz. Trotz allem blieb die Stimmung friedlich und ausgelassen.

Mit gemischten Gefühlen blickten so manche vorweg dem ESC entgegen: Die Teilnahme Israels, die angespannte geopolitische Weltlage sowie Terrorwarnstufe 4 sorgten vorweg für Sicherheitsbedenken in der Bundeshauptstadt. Auch der vereitelte Terrorplan rund um das Taylor-Swift-Konzert wirkt bei vielen im Hinblick auf Großveranstaltungen noch nach.

Innenminister Gerhard Karner sprach am Montag bei einem Pressetermin der ESC-Bilanz von einer „breiten Palette“ an Herausforderungen für die heimischen Sicherheitsbehörden, etwa die derzeit vorherrschende Terrorwarnstufe 4, die für die Öffentlichkeit oft nicht sichtbar seien. Er bedankte sich ausdrücklich bei allen Einsatzkräften.

Erfolgreiche Bilanz trotz Terrorwarnstufe 4
Karner nennt mehrere Gründe für den insgesamt positiven Verlauf der vergangenen Tage und zieht eine erste Bilanz. Zum etwas holprigen Auftakt habe es laut Karner wegen mehrerer Veranstaltungen zur ESC-Eröffnung Staus gegeben, zudem seien Besucher vom schlechten Wetter beeinträchtigt worden. Im Vordergrund habe jedoch klar die Sicherheit gestanden. „Das ist gelungen“, so der Innenminister. „Es war wunderbar, dass es hier in Wien stattgefunden hat.“ Es habe eine klare Null-Toleranz-Politik gegeben. Die Polizei sei bürgernah, präsent und modern aufgetreten, auch durch eine verstärkte Präsenz in den sozialen Medien.

Die Polizei zieht nach der ESC-Woche eine positive Bilanz.
Die Polizei zieht nach der ESC-Woche eine positive Bilanz.(Bild: APA/MAX SLOVENCIK)
Einsatzkräfte aus allen Bundesländer wurden für die ESC-Sicherheitsauflagen in der ...
Einsatzkräfte aus allen Bundesländer wurden für die ESC-Sicherheitsauflagen in der Bundeshauptstadt herangezogen.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
Rund um den ESC war viel Polizei im Einsatz. Jeder Besucher wurde akribisch untersucht.
Rund um den ESC war viel Polizei im Einsatz. Jeder Besucher wurde akribisch untersucht.(Bild: Eva Manhart)

Auch auf eine weitere Gefahr waren die Behörden schon vorab vorbereitet – Stichwort Cyberattacken. Denn: Seit Song-Contest-Start sollen – wie berichtet – zahlreiche Seiten, etwa die Wiener Linien, der Grazer Flughafen, aber auch die Wiener Stadthalle, ins Visier von Hackern geraten sein. Insgesamt wurden laut Bundespolizeidirektor Michael Takács 500 Cyberattacken registriert. Ziel sei es gewesen, Strukturen zu stören, zu verlangsamen oder ganz lahmzulegen. Dies ist den Gruppen jedoch nicht gelungen, zu keinem Zeitpunkt wurde der Ablauf gefährdet, so Takács.

Zitat Icon

Ziel der Angreifer war es, die Struktur zu stören, zu verlangsamen oder komplett auszuschalten. Dank der guten Teamarbeit konnten sie aber nicht durchdringen.

Bundespolizeidirektor Michael Takács

500 Cyberattacken abgewehrt
Bange Momente gab es deshalb kurz vor dem Finale am Samstag beim ORF, als unter anderem der Sender laut „Krone“-Informationen Ziel von jenen Attacken wurde. Als mutmaßliche Täter gilt die Gruppe „NoName“, die von Russland aus operieren soll und bereits vor der Nationalratswahl mit Angriffen auf Österreich in Verbindung gebracht wurde. Die Welle an Cyberattacken von Hackern wurde von einer eigens eingerichteten Sondergruppe jedenfalls erfolgreich abgewehrt. 

Die heimischen Sicherheitsbehörden konnten die zahlreichen Herausforderungen jedenfalls mit Bravour meistern. Die Wiener Stadthalle wurde mit Einlasskontrollen wie am Flughafen, Spürhunden, gepanzerten Fahrzeugen und einem Drohnenverbot kurzzeitig in eine „Hochsicherheitszone“ verwandelt. Rund 22.000 Personen wurden in Summe sicherheitsüberprüft, wie Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) betont.

Lediglich 16 Festnahmen
Insgesamt habe es laut Polizeivizepräsident Dieter Csefan lediglich 16 Festnahmen gegeben, die größtenteils dem Verwaltungsstrafrecht zuzuordnen seien. Eine Person etwa habe sich unbefugt Zutritt zum Veranstaltungsgelände verschafft, eine weitere habe versucht, mit einer gefälschten Akkreditierung in den Backstage-Bereich zu gelangen. Auch im Rahmen einer Demo gegen die Israel-Teilnahme sei es zu Festnahmen gekommen, gröbere Zwischenfälle habe es aber nicht gegeben.

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