Die Grünen fordern strengere Maßnahmen gegen den Missbrauch von K.-o.-Tropfen. Mit einer parlamentarischen Anfrage an Innenminister Gerhard Karner drängt Frauensprecherin Meri Disoski auf schärfere Regeln, bessere Ermittlungen und mehr Schutz für Betroffene.
Die Grünen wollen den Kampf gegen K.-o.-Tropfen verschärfen. Mit einer parlamentarischen Anfrage an Innenminister Gerhard Karner fordert die Frauensprecherin Meri Disoski konkrete Maßnahmen gegen den Missbrauch der Substanzen.
Anlass sind aktuelle internationale Fälle sexualisierter Gewalt sowie Recherchen des Senders CNN über eine sogenannte „Rape Academy“. Dabei soll es sich um ein Netzwerk von Männern handeln, die Frauen heimlich betäuben, vergewaltigen, die Taten filmen und online verbreiten. Dazu soll es bereits mehr als 20.000 Videos geben. „K.-o.-Tropfen werden gezielt eingesetzt, um Frauen handlungsunfähig zu machen und sexualisierte Gewalt zu ermöglichen. Das passiert nicht nur in Klubs oder auf Festivals, sondern vielfach auch im privaten Umfeld“, sagt Disoski.
In Deutschland wurden Gesetze schon verschärft
Die Grünen wollen nun wissen, welche als K.-o.-Mittel missbrauchbaren Stoffe in Österreich weiterhin legal erhältlich sind und warum Substanzen wie GBL oder BDO bislang nicht strenger reguliert werden. Außerdem soll geklärt werden, welche Maßnahmen die Bundesregierung gegen den zunehmenden Missbrauch plant.
Disoski verweist darauf, dass Deutschland bereits gesetzliche Verschärfungen beschlossen habe. Deutschland hat im November 2025 strengere Regeln für GBL und BDO eingeführt. Der Verkauf, die Herstellung und der Handel mit diesen Stoffen wurden verboten, wenn sie einen Anteil von mehr als 20 Prozent enthalten. Auch der illegale Handel wird nun bestraft. Damit soll verhindert werden, dass diese Stoffe missbräuchlich – etwa als K.-o.-Tropfen – verwendet werden. Österreich hinke hier hinterher. Neben strengeren Regeln fordert sie auch bessere statistische Erfassung, verpflichtende Schulungen für Polizei und Ermittlungsbehörden, standardisierte Spurensicherung sowie den Ausbau von Gewaltambulanzen.„Es reicht nicht, Frauen zu sagen, sie sollen besser auf ihr Getränk aufpassen. Verantwortung tragen die Täter – und der Staat hat die Verantwortung, wirksame Schutzmaßnahmen zu schaffen“, betont Disoski.
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