Freiwillige Helfer zu finden, wird immer schwieriger. Die Gewinnung und Bindung von Ehrenamtlichen, die das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden, zählt längst zu den drängendsten Aufgaben – auch im Rettungswesen. Umso unverständlicher ist, was sich in der Steiermark seit Monaten abspielt.
Uniformen, die nicht vor Kälte, Regen und Schnee schützen, falsche Größenangaben, kaputte Klettverschlüsse, ausgerissene Knöpfe, verkehrt aufgenähte Logos und vieles mehr: Seit Monaten dokumentieren Rotkreuz-Einsatzkräfte aus allen steirischen Bezirken Mängel an den neuen Uniformen, schreiben Mails, schildern ihre Probleme – und erhalten offenbar kaum Antworten.
Der Zentralbetriebsrat sprach am Samstag auf „Krone“-Nachfrage von „akutem Handlungsbedarf“. Das sind ungewöhnlich deutliche Worte für eine Institution, die Konflikte traditionell gerne intern löst. Der Arbeitnehmervertreter bestätigte auch den Eindruck, dass man Beschwerden in der Grazer Zentrale bislang nicht genügend Beachtung schenken würde.
Erschwerend kommt hinzu: Es geht um Steuergeld. Zwei Millionen Euro hat das Land Steiermark für die Erstausstattung bereitgestellt – zu den Gesamtkosten war am Samstag keine Auskunft zu bekommen. Ein Umgang mit öffentlichen Mitteln, der Fragen aufwirft.
Der Eindruck liegt nahe, dass das Problem ausgesessen werden soll: still austauschen, leise nachbessern, hoffen, dass die Kritik verebbt. Doch dieser Ansatz hat einen Haken. Der Schaden ist längst entstanden – an Material, vor allem aber an Vertrauen und Motivation. Wer bei Einsätzen frieren muss oder durchnässt wird, arbeitet unter unzumutbaren Bedingungen – und stellt sich irgendwann die Frage, ob er das überhaupt noch will.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Sonntag!
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