Kickl im Anmarsch

Warum sich das Nichtstun im ORF bitter rächen kann

Kolumnen
15.03.2026 05:00

„ORF-General tritt nach Belästigungsvorwurf zurück“ – was für ein Paukenschlag auf krone.at am Montag um 8.50 Uhr. Und schon sprach ganz Österreich über das, was beim öffentlich-rechtlichen Sender passierte und spricht anhaltend über das, was am Küniglberg vor sich geht.

Da brechen lange schwärende Eiterbeulen auf. Von Intrigen übelster Art ist die Rede, von weiteren Vorwürfen sexueller Belästigungen, von unverfrorenen Abfertigungsforderungen, völlig überzogenen Gehältern ebenso wie von grenzwertigen Nebenjobs mancher ORF-Stars, die sich ihre Super-Gagen noch zusätzlich vergolden lassen, indem sie bei Firmen und Institutionen auftreten, über die sie auch im Hauptjob berichten.

Da stinkt manches, vor allem aber stinkt uns allen als ORF-Konsumenten und -Zwangszahlern, dass das größte Medium des Landes immer noch als Staatsfunk geführt wird – von Strippenziehern der jeweils regierenden Parteien.

Nun soll Ingrid Thurnher als interimistische Nachfolgerin des in die Wüste geschickten Generaldirektors Weißmann die Kohlen aus dem ORF-Feuer holen. Im Interview mit Conny Bischofberger für die Sonntags-„Krone“ zitiert die renommierte Journalistin den Bundespräsidenten, wenn sie sagt: „So sind wir nicht!“, um gleich nachzubessern: „So sind wir alle nicht!“ Richtiger wäre wohl vielmehr: „So sind wir nicht alle!“

Brief an die „Krone“-Leser: Klaus Herrmann, Geschäftsführender Chefredakteur
Brief an die „Krone“-Leser: Klaus Herrmann, Geschäftsführender Chefredakteur(Bild: Krone KREATIV/Imre Antal, stock.adobe.com)

Thurnher, das glaubt man ihr, ist guten Willens. Aber selbst bei größtem und ehrlichstem Bemühen: Der ORF kann so lange nicht sauber werden, so lange von der Politik nach ihm gegriffen wird. Und so lange die Politik nicht verstehen will, dass der ORF nicht ihr gehört, sondern uns, den Gebührenzahlern. Wobei man sich denken kann, dass die Politik ohnehin weiß oder zumindest ahnt, was sie dem ORF antut.

Doch ist zu befürchten, dass die aktuelle Dreier-Regierung einfach zu schwach ist, Entscheidungen zu treffen, dass sie vom ORF loslässt. Das kann sich mehr als bitter rächen, wenn in der nächsten Regierung die FPÖ das Sagen hat. Dann gehört in Fortschreibung der bisherigen Umstände der ORF den Blauen. Türkis/Schwarze, Rote und Pinke wie Grüne werden erblassen. Im Wissen, es sich selbst eingebrockt zu haben.

Kommen Sie gut durch den Sonntag!

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