Der rote Stiftungsratsvorsitzende am Küniglberg, Heinz Lederer, steht ungewohnt im Fokus der Öffentlichkeit. Nicht nur seine Rolle im mächtigen ORF-Aufsichtsgremium sorgt für Diskussionen, sondern auch seine geschäftlichen Kontakte – und ein ungewöhnlicher Telefonanruf, über den in der Medienbranche gemunkelt wird. Abrechnungen aus dem Umfeld der später kollabierten Signa-Gruppe werfen nun zusätzliche Fragen auf.
Heinz Lederer ist ein echtes Urgestein im von den Parteien seit jeher politisch besetzten Stiftungsrat. Von der SPÖ geschickt, sitzt er seit 24 Jahren im ORF-Aufsichtsratsgremium. Mittlerweile ist er dort seit Sommer des Vorjahres sogar Vorsitzender.
Der Kommunikationsprofi mit eigener Firma gab seit dem Auffliegen der Affäre Weißmann samt Sturz des Generaldirektors in den vergangenen Tagen aber mit seinen Aussagen nicht unbedingt das beste Bild ab, behaupten Kritiker.
Stiftungsrat taucht in Benko-Abrechnungen auf
Zudem fällt auch auf seine Geschäfte ein grelles Rampenlicht. Denn der Berater taucht pikanterweise ausgerechnet in Honorarnoten des Anwalts vom Tiroler Immobilien-Jongleur René Benko, Stefan Prochaska, auf. Die Kontakte fallen in eine Zeit, in der die später wie ein Kartenhaus zusammenstürzende Signa-Gruppe wegen möglicher kritischer ORF-Berichte in Alarmstimmung war.
Demnach ist in einer Leistungsabrechnung der Kanzlei an Benkos Signa vermerkt, dass der Anwalt etwa am 4. November 2022 mehrmals mit Lederer kommunizierte.
Wirbel in sozialen Medien
Ebenfalls an diesem Tag rechnet der Jurist Telefonate mit einer „Zeit im Bild“-Redakteurin „wegen geplantem unrichtigen Bericht im ORF“ ab. Lederer dazu: Die Abrechnung kenne er nicht. Er habe zudem keinen Auftrag der Signa gehabt und kenne auch René Benko nicht persönlich. „Es gibt viele Anwälte, die mich beiziehen und ein strategisches Kommunikationskonzept oder ein Mediencoaching haben möchten.“
Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist, dass „profil“-Chefredakteurin Anna Thalhammer in sozialen Medien eine weitere mögliche Intervention Lederers nach einer Cover-Story über FPÖ-Stiftungsrat Westenthaler öffentlich machte.
Gerüchte über Wutanruf: „Eine Kriegserklärung“
Auf Nachfrage der „Krone“ bestätigte Geschäftsführer Richard Grasl, selbst ehemaliger ORF-Finanzchef, einen Anruf. „Über den Inhalt will ich aber nichts sagen“, so der Medienmanager.
Wie in der Szene gemunkelt wird, habe ein wütender Lederer von „einer Kriegserklärung“ und Konsequenzen für die Journalistin im ORF gesprochen. Als ob er allmächtig entscheiden könnte, wer zu TV-Sendungen eingeladen wird.
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