Mit über zwölf Messerstichen versuchte ein Afghane in Wien-Donaustadt seine 15-jährige Tochter zu töten – sie habe die Familienehre beschmutzt. Beim Prozess im Landesgericht überrascht das Mädchen nun mit ihrer Aussage. Ihren Vater nimmt sie auf einmal in Schutz. Für die Geschworenen gibt es dennoch nur ein Urteil: die Höchststrafe!
Der 51-Jährige, der im Wiener Verhandlungssaal 303 auf der Anklagebank sitzt, bricht in Tränen aus, als seine Tochter zur Tür hineinkommt. Am 24. November tötete der Afghane das Mädchen beinahe mit mehr als zwölf Messerstichen. Es ging um die Familienehre, es sei sein Recht gewesen. Die 15-Jährige führte nämlich ihre erste Beziehung mit einem gleichaltrigen Rumänen – für den 2004 nach Österreich geflüchteten Vater inakzeptabel.
Befremdliche Opferaussage
So sagte es das Mädchen zumindest noch bei ihren drei Aussagen gegenüber der Polizei und Staatsanwaltschaft. Jetzt sorgt sie im Wiener Landesgericht für Stirnrunzeln: „Mein Vater ist eigentlich eine sehr liebevolle Person. Ich war einfach zu rebellisch. Ich liebe meinen Vater und ich verzeihe ihm das, was er gemacht hat.“ – „Hat Ihnen jemand gesagt, dass Sie das aussagen sollen?“, fragt die vorsitzende Richterin vorsichtig nach. „Das, was ich sage, sage ich aus dem Herzen. Wenn ich damals auf meinen Vater gehört hätte, wären wir noch glücklich.“
Gewalt und arrangierte Ehen
Sie hätte viel nachgedacht und sei zu dem Schluss gekommen: „So, wie ich meinen Vater kenne, war das nicht er. Ich weiß einfach, dass er nicht er selbst war.“ Dabei sprach die 15-Jährige bei der Polizei noch von Todesdrohungen gegen sie, gegen ihren rumänischen Freund – und auch gegen ihre ältere Schwester. Sie sei einem älteren Afghanen versprochen, dürfe über ihr Leben nicht selbst entscheiden. Immer wieder gab es auch Gewalt. Mit Blick auf ihren Vater, der während der Zeugenaussage im Verhandlungssaal bleiben darf, meint sie: „Das hab‘ ich erfunden.“
Was aber definitiv objektiviert ist: Der 51-Jährige versetzte am Abend des 24. November 2025 seiner Tochter auf offener Straße im 22. Bezirk über ein Dutzend Messerstiche – sogar die Klinge brach ab. Der Angeklagte meint, es gab an diesem Tag wieder einmal Streit. „Es ging mir vor allem um die Schule und eine ihrer Freundinnen, die ein schlechter Einfluss war. Ich hab‘ mir Sorgen gemacht. Ich wollte sie nur ein bisschen beruhigen“, stellt der Afghane die Situation vor Gericht dar.
Nur um im nächsten Satz zu verharmlosen: „Und dann ist dieser Fehler passiert.“ „Welcher Fehler?“, fragt die Richterin fast rhetorisch. „Der Fehler mit dem Messer“, versucht er sich an einem Geständnis. „Sie nennen das lapidar einen Fehler“, herrscht ihn Frau Rat an. „Ich war wütend. Ich habe meine Geduld verloren. Ich wollte ihr eigentlich eine Ohrfeige geben.“ Aber es wurden schwere Verletzungen am Brustkorb, Rücken und Hals. Nur, weil ein Arzt aus einer nahegelegenen Ordination rasch Erste Hilfe leistete, überlebte die 15-Jährige.
Höchststrafe
Für die Geschworenen gibt es für diese unfassbare Bluttat nur ein Urteil: die Höchststrafe. Der Afghane fasst lebenslange Haft für den versuchten Mord an seiner Tochter aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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