Der Bitcoin hat am Mittwoch deutlich zugelegt. Auf der Handelsplattform Bitstamp kletterte die älteste und bekannteste Kryptowährung am späten Abend zeitweise über die Marke von 74.000 US-Dollar (63.760 Euro). Das ist der höchste Stand seit einem Monat.
Zuletzt kam der Bitcoin mit 73.857 Dollar etwas zurück, lag aber immer noch deutlich über dem Niveau vom Vortag. Das ist aus Sicht von Timo Emden, Analyst bei Emden Research, angesichts des andauernden Nahost-Konflikts eine bemerkenswerte Stabilität. Am Markt herrsche derzeit das Prinzip Hoffnung, dass die Konfliktparteien schon bald am Verhandlungstisch sitzen könnten. Doch der Preisanstieg dürfe nicht über fundamentale Risiken hinwegtäuschen, mahnte er.
Ausgeprägte Kursreaktion
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs scheine der Bitcoin derzeit wieder vermehrt eine Rolle als „digitales Gold“ einzunehmen, sagte Dominic Weibel, Chefanalyst von Bitcoin Suisse, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Auch die Bitcoin-ETF sahen in den vergangenen Tagen wieder klare Zuflüsse, was auf erneutes Interesse von institutionellen Anlegern hindeutet.
Als noch junge Anlageklasse zeige der Bitcoin allerdings oft ein „binäres“ Verhalten, sagt Weibel: Je nach Marktlage verhalte er sich wie eine Risikoanlage, in anderen Marktphasen entwickle er sich dagegen parallel zu „sicheren Häfen“ wie Gold oder Rohstoffe.
Starke Reaktionen
Zudem reagiere der Bitcoin oft sehr stark und negativ auf externe Schocks, erhole sich dann aber auch wieder schnell. Ausgebrochen waren die kriegerischen Auseinandersetzungen am Wochenende, als außer den Kryptomärkten praktisch alle Märkte geschlossen waren. „Diese waren eigentlich der einzige Markt, wo die Investoren ihre Meinung ausdrücken konnten“, so Weibel.
Am Mittwoch sorgten auch Aussagen von US-Präsident Donald Trump für eine gewisse Beruhigung an den Finanzmärkten. „Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormuz zu eskortieren“, schrieb Trump am Dienstagabend auf seiner Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie sicherstellen.
Hoffnung auf Stabilisierung
Der Bitcoin-Suisse-Chefanalyst hofft derweil wieder auf eine Umkehr des zuletzt negativen Trends bei den Kryptowährungen: In den letzten Monaten hätten sich mit Aktien, Gold oder Rohstoffen praktisch alle Märkte außer den Kryptoanlagen positiv entwickelt – und dies eigentlich ohne einen fundamentalen Grund. „Ich denke, dass wir jetzt langsam der Phase näherkommen, in der sich die Kryptomärkte stabilisieren könnten.“
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