Modernste Wohnwägen

Fahrendes Volk macht Nachbarn neugierig

Niederösterreich
30.05.2026 16:30

Seit knapp zwei Wochen sorgt eine größere Gruppe des Fahrenden Volkes in Natschbach-Loipersbach (NÖ) für Aufmerksamkeit. Rund 30 modernste Wohnmobile und Wohnwägen haben auf einem Grundstück zwischen Neunkirchen und dem Dörfchen Natschbach Quartier bezogen.

Grundbesitzer und Landwirt Gerhard S. sieht den Besuch gelassen. „Sie bezahlten auch die ausgemachte Miete“, so Herr S. Die Gäste kommen laut Autokennzeichen überwiegend aus Frankreich, Belgien und Deutschland, vereinzelt sind auch Fahrzeuge mit österreichischen Kennzeichen darunter.

Benachbarter Bauer versorgt sie mit Wasser
„Anfangs waren es etwa 15 Fahrzeuge, mittlerweile sind es rund 30“, berichtet der Landwirt. Er selbst schildert die Begegnungen mit den Gästen als sehr freundlich. „Sie kommen täglich zu mir, um Wasser zu holen“, erzählt er. Sie hätten ihn auch schon ein paar Mal zu Feierlichkeiten eingeladen.  Besonders auffällig sei die gut organisierte Gemeinschaft. Die Männer sprechen meist gut Deutsch. So weiß er auch, dass es sich bei der Gruppe um evangelische Roma handelt.

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Sie sind eigentlich sehr nett und haben mich auch schon des Öfteren zu sich eingeladen. 

Landwirt Gerhard S., Natschbach

Seines Wissens verdienen sie ihr Geld vor allem mit Fassadenreinigungen und Messerschleifen. Mit Flugblättern werben sie für ihre Dienste und ziehen von Ort zu Ort. Manche Bewohner reagieren skeptisch, andere nehmen die Angebote an.

Miete haben sie im Voraus bezahlt, auch um die Müllentsorgung kümmern sie sich selbst.
Miete haben sie im Voraus bezahlt, auch um die Müllentsorgung kümmern sie sich selbst.(Bild: Doris Seebacher)
Etwa 30 Wohnwägen stehen derzeit auf einem Feld zwischen Neunkirchen und Natschbach.
Etwa 30 Wohnwägen stehen derzeit auf einem Feld zwischen Neunkirchen und Natschbach.(Bild: Doris Seebacher)

Auch Bürgermeister Günther Stellwag sieht die Situation gelassen. Die Gruppe war bereits vor etwa fünf Jahren in der Gemeinde zu Gast. „Damals gab es keinerlei Probleme“, erinnert er sich. Polizei und Bezirkshauptmannschaft seien darüber informiert. „Solange alles geordnet ablaufe, besteht hier kein Grund zur Sorge“, so Stelwag.

Am kommenden Sonntag endet der vereinbarte Aufenthalt. Dann wird das Fahrende Volk seine Reise fortsetzen – und in Natschbach bleibt vor allem die Erinnerung an eine Gemeinschaft, die bei vielen Neugier, bei manchen Skepsis, aber offenbar kaum negative Erfahrungen hinterlassen wird.

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