Donald Trump hat seine Kriegsdrohungen gegen den Iran erneuert. Einige europäische Staaten reagieren nun präventiv auf eine mögliche Eskalation – und richten teils dramatische Appelle an die eigenen Landsleute.
Trump machte am Freitag erneut deutlich, dass er einen „begrenzten Angriff“ auf das Regime in Teheran ernsthaft in Betracht ziehe. „Ich denke, ich kann sagen, dass ich das in Erwägung ziehe“, erklärte er kryptisch vor Reportern im Weißen Haus. Weitere Einzelheiten nannte er zunächst nicht.
Angesichts der befürchteten Eskalation der USA setzten erste europäische Staaten Sicherheitsvorkehrungen für ihr Militär im Nahen Osten in Gang. Nach Deutschland verlegte am Freitag auch Norwegen einige seiner rund 60 Soldaten in der Region zurück in die Heimat.
Dies sei der Sicherheitslage geschuldet, teilte ein Sprecher der norwegischen Streitkräfte am Freitag mit. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuvor eine Frist bis Anfang März zum Einlenken gesetzt.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin erläuterte, dass die Bundeswehr ihr Personal in Erbil im Irak weiter reduziert habe. Der Einsatzauftrag sei in den vergangenen Wochen in Absprache mit den Partnern schon kontinuierlich heruntergefahren worden. Es halte sich aktuell nur noch das „absolut notwendige Personal“ vor Ort auf, der Rest sei über Jordanien nach Deutschland gebracht worden.
Österreich evaluiert die Situation „laufend“
Polen hat an seine Bürger appelliert, so schnell wie möglich aus dem Iran auszureisen. „Bitte verlassen Sie sofort den Iran und reisen Sie auf keinen Fall in dieses Land“, sagte Regierungschef Donald Tusk nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP. Die Möglichkeit eines heißen Konflikts sei „sehr real“. Eine Evakuierung aus dem Land werde möglicherweise in ein paar Stunden oder ein paar Tagen nicht mehr möglich sein, warnte Tusk.
Das österreichische Außenministerium warnt schon seit Oktober 2022 vor Reisen in den Iran. „Seither sind alle Österreicher aufgerufen, den Iran zu verlassen“, hieß es am Donnerstag aus dem Außenministerium auf Anfrage. Beim Außenministerium sind derzeit 250 Österreicher als im Iran ansässig registriert, die Ausreise sei aktuell auf kommerziellem Wege möglich. Was die diplomatische Präsenz Österreichs im Iran betrifft, so werde diese laufend evaluiert.
Die Lufthansa-Tochter Austrian teilte indes mit, dass sie ihre Flugverbindungen von und nach Teheran bis einschließlich 31. März aussetze. Die Sicherheitsabteilung stehe in enger Abstimmung mit jener des Konzerns und den Sicherheitsbehörden, so die AUA. Die Entwicklungen in der gesamten Region werden laufend und engmaschig bewertet: „Die Sicherheit unserer Crews und Fluggäste hat oberste Priorität.“
Angriffspläne weit fortgeschritten
Insidern zufolge sind die militärischen Planungen der USA für einen Angriff schon weit fortgeschritten und umfassen drastische Optionen. Sollte Präsident Trump den Befehl erteilen, könnten gezielte Tötungen innerhalb der iranischen Führung bis hin zu einem erzwungenen Regimewechsel in Teheran erfolgen, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Vorbereitungen sind das jüngste Anzeichen dafür, dass sich Washington für einen ernsthaften Konflikt rüstet, sollten die diplomatischen Bemühungen scheitern. Reuters hatte bereits in der vergangenen Woche berichtet, dass sich das US-Militär auf eine wochenlange Luftoffensive gegen iranische Sicherheitsanlagen und die nukleare Infrastruktur einstellt.
Die neuen Informationen deuten auf detailliertere und ehrgeizigere Pläne hin. Trump hatte in den vergangenen Tagen öffentlich über einen Sturz der Führung in der Islamischen Republik spekuliert und dies als „das Beste, was passieren könnte“, bezeichnet. Zwar nannten die Insider keine Namen potenzieller Zielpersonen, verwiesen aber auf die Effektivität gezielter Schläge gegen die Befehlskette.
Ein Regierungsvertreter erinnerte an den zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Jahr. Damals seien israelischen Angaben zufolge mindestens 20 hochrangige Kommandanten getötet worden, darunter Generalstabschef Mohammad Bagheri. Dies habe den Nutzen solcher Angriffe auf die Führungsriege der Revolutionsgarden (IRGC) bewiesen.
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