Die Lage für die mit harter Hand herrschenden Mullahs im Iran wird immer bedrohlicher. Medienberichten zufolge haben die USA Hunderte Flugzeuge und etliche Kriegsschiffe im Nahen Osten in Stellung gebracht, ab Samstag sei man bereit für den großen Schlag. Was dann noch fehlt, ist der Angriffsbefehl von Donald Trump. Der US-Präsident scheint sich aber noch nicht endgültig entschieden zu haben.
Wie die „Military Air Tracking Alliance“ (MATA), eine Gruppe von Open-Source-Experten zur Auswertung globaler Flugbewegungen, berichtet, zog das US-Militär Dutzende Kampfjets, mehr als 80 Tankflugzeuge und über 170 Transportmaschinen in Schlagweite zum Iran zusammen.
Auch mehrere fliegende Kommandozentralen des Flugzeugtyps E-3 sind zur Koordination komplexer Luftoperationen in die Region verlegt worden. Sie waren zuvor auf Basen auf Hawaii, in Deutschland und Japan stationiert gewesen.
Größter Flugzeugträger der Welt einsatzbereit
Ebenfalls vor Ort in Einsatzbereitschaft ist die „USS Gerald R. Ford“, der größte Flugzeugträger der Welt. Er schloss sich auf Anweisung des Pentagons dem Flugzeugträger „Abraham Lincoln“ mehreren Lenkwaffenzerstörern an. Die „Gerald R. Ford“, der modernste Flugzeugträger der Vereinigten Staaten, war mit ihren Begleitschiffen bereits in der Karibik im Einsatz und nahm Anfang des Jahres an Einsätzen in Venezuela teil. Das Schiff wird von einem Atomreaktor angetrieben und kann mehr als 75 Militärflugzeuge aufnehmen, darunter Kampfflugzeuge vom Typ F-18 Super Hornet.
Die derzeit stattfindenden letzten Vorbereitungen sind komplexer als bei früheren Einsätzen. Im Juni vergangenen Jahres hatte das US-Militär bei der Operation „Midnight Hammer“ mit Tarnkappenbombern iranische Atomanlagen angegriffen. Bei einem länger anhaltenden Einsatz könnten nun auch staatliche und sicherheitsrelevante Einrichtungen des Iran getroffen werden, nicht nur die nukleare Infrastruktur, sagte einer der Insider.
USA rechnen mit Vergeltungsschlägen
Die USA rechneten fest mit einer Vergeltung durch den Iran, was zu gegenseitigen Schlägen über einen längeren Zeitraum führen könne. Die Mullahs haben außerdem ihre Atomanlagen verstärkt gesichert, indem sie wichtige Standorte mit Beton und großen Mengen Erde bedecken ließen, wie aktuelle Satellitenaufnahmen nahelegen.
Exakter Zeitpunkt des Angriffs unklar
Den Sendern CNN und CBS zufolge sind die USA am Samstag bereit, zuzuschlagen. Der exakte Zeitpunkt eines Angriffs wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Derzeit laufen in Italien noch die Olympischen Winterspiele, ein Symbol für Frieden und weltweite Einheit. Die Spiele enden allerdings bereits am Sonntag. Am Mittwoch begann zudem der moslemische Fastenmonat Ramadan. Eine Attacke während dieser Zeit stufen Experten als besonders respektlos ein. Außerdem: Trump wird am kommenden Dienstag seine jährliche Rede zur Lage der Nation halten. Der US-Präsident könnte das in seine Entscheidung einfließen lassen.
Polen appelliert an seine Bürger: „Verlassen Sie sofort den Iran“
Ein weiteres Indiz für einen baldigen Angriff ist, dass am Donnerstag mit Polen ein EU-Land an seine Bürger appelliert hat, so schnell wie möglich aus dem Iran auszureisen. „Bitte verlassen Sie sofort den Iran und reisen Sie auf keinen Fall in dieses Land“, sagte Regierungschef Donald Tusk. Die Möglichkeit eines heißen Konflikts sei „sehr real“. Eine Evakuierung aus dem Land werde möglicherweise in ein paar Stunden oder ein paar Tagen nicht mehr möglich sein, warnte Tusk.
Fest steht, dass sich Trump nach den blutig niedergeschlagenen Aufständen mit Tausenden Toten Anfang Jänner einen Regimewechsel im Iran wünscht. Seine Regierungssprecherin Karoline Leavitt betonte jedoch, dass die „erste Wahl“ des US-Präsidenten der Weg der Diplomatie sei, weshalb Teheran gut beraten wäre, ein Abkommen mit Trump zu erzielen.
Kaum Fortschritte bei Gesprächen über Atomprogramm
Derzeit verhandeln die USA mit dem Iran auch über dessen Atomprogramm, bisher ohne greifbare Fortschritte. Nach einer Gesprächsrunde in Genf hat der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, von einem „Schritt nach vorn“ gesprochen und zugleich zur Eile gemahnt. „Wir haben Fortschritte gemacht, aber es gibt noch viel zu tun, und das Problem ist, dass wir nicht viel Zeit haben“, sagte Grossi. Auch diese Aussage könnte auf einen baldigen Angriff der USA hinweisen.
Lawrow warnt USA vor Spiel mit dem Feuer
Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte die USA unterdessen vor einem Militärschlag und verwies dabei auf ernste Konsequenzen. Es habe bereits Angriffe auf iranische Atomanlagen unter der Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde gegeben, sagte Lawrow in einem Interview mit dem saudi-arabischen Fernsehsender Al-Arabiya. „Nach unserer Einschätzung gab es dabei reale Risiken eines nuklearen Zwischenfalls.“
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