Eine betrunkene Lenkerin war im Bezirk Leoben als Geisterfahrerin unterwegs – mit sage und schreibe 3,26 Promille Alkohol im Blut. Wie kann man da noch fahren? Steirischer Experte analysiert den Alkoholisierungs-Grad.
Die Frau hat laut Polizei auf ihrer Fahrt in die falsche Richtung 16 Personen konkret gefährdet – doch das hätte noch viel dramatischer ausgehen können. Die 62-Jährige war auf der S 6, der Semmering-Schnellstraße, im Bezirk Leoben in Richtung St. Michael unterwegs. In einer Kurve kam sie alarmierten Autobahnstreifen entgegen – doch weder Baulicht noch Sirene konnten sie stoppen.
Das Ende fand die Fahrt erst, als es einer weiteren Streife gelang, den Gegenverkehr anzuhalten und die Schnellstraße zu sperren – die Geisterfahrt hatte sich da schon über acht Kilometer gezogen. Ihre „Begründung“: Sie hätte bei einem Stau an einer Baustelle nicht warten wollen und sei daher einfach umgedreht.
„Da sind andere schon bewusstlos“
Und es war nicht „nur“ eine höchst gefährliche Tour in die falsche Richtung – die 62-Jährige war – am Sonntagvormittag – auch noch erheblich alkoholisiert: 3,26 Promille!
„Da sind andere schon bewusstlos“, urteilt der bekannte Grazer Neurologe und Psychiater Manfred Walzl. Wie viel man dafür trinken müsse, ließe sich pauschal nicht sagen. Geht man von der Annahme einer 62 Jahre alten Frau aus, die 63 Kilo wiegt und 1,68 Meter groß ist, könnten es laut der „Widmark-Formel“ durchschnittlich 1,5 Liter Wein und 1,5 Liter Bier sein, die – unter Berücksichtigung des Abbaus von 0,15 Promille/Stunde – in vier Stunden getrunken würden.
,Selbstverschuldete volle Berauschung’ nach § 287 kann eine Einweisung in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Gesetzesbrecher zur Folge haben.
Prof. Manfred Walzl
„Eine teuflische Kombination“
„Aber das ist nur ein statistisches Rechenbeispiel“, stellt Walzl klar, „das hängt von vielen Faktoren ab.“ Fakt ist: „Die Reaktionszeit verdreifacht sich. Dazu kommt der Tunnelblick – Alkoholisierte sehen rechts und links nichts, haben ein eingeschränktes Gesichtsfeld, das noch dazu verschwommen ist. Dazu kommt Schläfrigkeit, vielfach Aggression, und man kann Situationen nicht mehr einschätzen – eine teuflische Kombination.“
Auch die Angabe, man trinke sonst „ja nie etwas“, könnte nüchtern betrachtet auf dünnen Beinen stehen. Der CDT-Wert im Blut weise Alkoholgenuss über Monate nach.
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