Starker Schneefall und Schneeverwehungen sorgen seit den frühen Morgenstunden für Chaos auf den Straßen. Vielerorts hat der Niederschlag über Nacht Schneedecken von mehr als 30 Zentimetern erreicht. Landesweit stehen aktuell 210 Feuerwehren mit 2.500 Feuerwehrmitgliedern im Dauereinsatz.
Über Nacht hat sich das Burgenland in eine Winterlandschaft verwandelt. Der Schnee ist nass und schwer, Böen treiben ihn meterweit über freie Flächen, was zu teils gefährlichen Situationen führt. Äste brechen, ganze Bäume stürzten um, Fahrzeuge bleiben stecken, Straßen sind stellenweise nur mehr einspurig oder gar nicht mehr passierbar, warnt das Landesfeuerwehrkommando. Besonders betroffen ist das Südburgenland. Landesweit standen seit den frühen Morgenstunden rund 210 Feuerwehren mit etwa 2500 Feuerwehrmitgliedern im Dauereinsatz, teilte der Landesfeuerwehrverband in einer Aussendung mit.
Die Kombination aus starkem Schneefall, nassem Schnee und Windböen stelle für die Einsatzkräfte eine besondere Herausforderung dar. Umstürzende Bäume und abbrechende Äste erhöhen die Gefahr bei Aufräumarbeiten erheblich. Die Sicherheit der eingesetzten Kräfte hat dabei oberste Priorität, heißt es.
Totalsperre B50 bis 13 Uhr
· B50 Marz - Sieggraben
· L226 Ritzing – Helenschacht
· B56 Geschriebenstein-Bundestraße
· L345 Bereich Kogel Lembach
· L238 Pinkafeld – Grafenschachen
· L356 Weinberg bis Willersdorf
· L378 zwischen Stinatz und Ollersdorf
· L262 ab der B50 bis Markt Allhau
· L419 zwischen Oberdrosen und Tauka
· B57 zwischen Rax und Königsdorf
· L360 Buchschachen – Riedlingsdorf
· L240, Drumling – St.Martin
· L368 Mönchmeierhof – Rauriegel
· L361 Altschlaining – Goberling
· B50 zwischen Oberwart und Kemeten (Totalsperre bis voraussichtlich 13:00)
· L255 Neuhauser Berg
· L416 Rosendorf bis Krobotek
Oberwart: „Laufend neue Einsätze“
„Wir haben mehr als 70 Einsätze, und es kommen immer wieder neue dazu“, schildert Alexander Flaschberger vom Bezirksfeuerwehrkommando Oberwart. Der Wind habe aufgefrischt, der Schnee werde verweht. „Fahrzeuge kommen von den Straßen ab, Bäume sind umgestürzt, viele Verkehrswege sind schlecht befahrbar.“ Besonders gefährlich sei die Lage derzeit in Altschlaining, Drumling und Goberling.
Zusätzlich waren mehrere Fahrzeuge aufgrund der schneeglatten Fahrbahn von der Straße abgekommen oder steckengeblieben. Auf der A2 mussten zwei liegengebliebene Lkw von der Feuerwehr geborgen werden.
Güssing: 18 Feuerwehren gefordert
Im Bezirk Güssing sind derzeit 18 Feuerwehren mit 23 Fahrzeugen im Einsatz. „Hauptsächlich mit Fahrzeugbergungen und dem Entfernen umgestürzter Bäume“, sagt Jürgen Lang vom Bezirksfeuerwehrkommando. Die größte Intensität des Schneefalls sei zwar erreicht, „aber der Wind bleibt bis Mittag. Wir rechnen mit einem einsatzreichen Tag und weiteren Hilfeleistungen.“
Jennersdorf und Oberpullendorf: Bäume unter der Schneelast
Im Bezirk Jennersdorf stehen rund 30 Feuerwehren im Einsatz. „Vor allem umgestürzte Bäume beschäftigen uns derzeit“, erklärt Martin Ernst. Fahrzeugbergungen gebe es aktuell keine, die Lage bleibe jedoch angespannt.
Seit vier Uhr früh sind im Bezirk Oberpullendorf 14 Feuerwehren unterwegs. „Mit mehreren Einsatzadressen gleichzeitig“, berichtet Michael Mandl vom Bezirksfeuerwehrkommando. Man sei hauptsächlich mit Straßensperren, umgestürzten Bäumen und Pkw-Bergungen beschäftigt. „Die Einsätze reißen nicht ab, es kommen laufend neue Adressen hinzu.“
Auch der Norden betroffen, Schüler können zu Hause bleiben
Im Eisenstadt und dem Bezirk Eisenstadt-Umgebung müssen laufend Autos, Lkws und Schul- und Pendlerbusse geborgen werden. Viele Schüler und Arbeiter, die für gewöhnlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, konnten nicht zur Schule fahren.
Bildungsdirektor Alfred Lehner spricht von einer „Ausnahmesituation wie schon seit Jahren nicht, vor allem im Süden, speziell in den Bezirken Güssing und Jennersdorf“. Alle Schüler, denen es heute nicht möglich ist, zum Unterricht zu erscheinen, sind für Freitag für das Fernbleiben vom Unterricht entschuldigt, heißt es aus der Bildungsdirektion. Seine klare Botschaft: „Jeder, der heute nicht in die Schule kommen kann, ist entschuldigt.“
Berufstätige sind ebenfalls entschuldigt
Entschuldigt sind übrigens auch alle Arbeitnehmer, die aufgrund der extremen Wetterbedingungen nicht pünktlich oder gar nicht zur Arbeit kommen können. Nachdem ein sogenannter „Dienstverhinderungsgrund“ vorliegt, der das Zuspätkommen oder Nicht-Erscheinen rechtfertigt, brauchen sie keinen Urlaubstag nehmen. Und: Sie haben Anspruch auf Entgelt!
Verspätung oder Fernbleiben dürfen von Arbeitgebern nicht zum Anlass für eine Entlassung genommen werden“, sagt Jurist Heinzi-Erik Hobisch von der Arbeiterkammer. Arbeitnehmer seien aber verpflichtet, dem Vorgesetzten umgehend zu melden (z.B. telefonisch), dass sie nicht rechtzeitig zur Arbeit erscheinen können. Entschuldigt ist man auch, wenn man wegen der Kinderbetreuung zu Hause bleiben muss. „Wenn aufgrund des Wetters Schule oder Kindergartengeschlossen hat und meine Kinder zuhause betreut werden müssen, ist das ein Dienstverhinderungsgrund“, so Hobisch.
Unnötige Fahrten mit dem Pkw vermeiden
Im Bezirk Mattersburg ist die Lage ähnlich: Auch hier stecken Pkws und Busse fest oder müssen aus Straßengräben geborgen werden. Außerdem ist ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt – er konnte die Schneemassen nicht mehr tragen. „Im Laufe des Vormittags ist mit eisigem Wind und noch stärkeren Schneeverwehungen zu rechnen. Das macht die Sache nicht einfacher. Wir empfehlen daher allen Menschen, zu Hause zu bleiben, sofern Fahrten nicht zwingend nötig sind“, appelliert Günter Prünner vom Landesfeuerwehrverband Burgenland. Unfälle mit Verletzten wurden bisher keine verzeichnet.
Stromausfälle: „Es wird den ganzen Tag dauern“
Parallel kämpfen Techniker gegen massive Stromausfälle. „Aufgrund umgestürzter Bäume ist es zu großflächigen Stromausfällen gekommen“, sagt Gerhard Altmann, Pressesprecher der Netz Burgenland.
Seit 3.30 Uhr sind sechs Trupps landesweit unterwegs, besonders in den Bezirken Güssing und Jennersdorf. „Das größte Problem ist, zu den Schadstellen zu kommen, weil viele Straßen schlecht passierbar sind.“
Sorgen bereitet nun auch der Seewinkel: „Dort vereisen viele Stromleitungen. Unsere Teams versuchen, das durch Schaltungen in den Griff zu bekommen. Es sind alle verfügbaren Kräfte im Einsatz, aber es wird den ganzen Tag dauern.“
Bahnverkehr kam ebenfalls teilweise zum Erliegen
Auch der Zugverkehr war eingeschränkt. Zwischen Wien und Deutschkreutz sowie zwischen Neusiedl am See und Pamhagen gab es mehrere Stunden lang Verspätungen. Auf der Strecke Eisenstadt-Wulkaprodersdorf fielen die Züge komplett aus. Fahrgäste mussten hier auf Schienenersatzverkehr umsteigen.
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