Breite Zustimmung

Niessl in Hofburg? Selbst Konkurrenz applaudiert

Innenpolitik
04.02.2026 18:00

Mit Hans Niessl wagte sich der erste Kandidat für das im Jahr 2028 frei werdende höchste Amt im Staat aus der Deckung. Am Tag nach der Ankündigung zeigt sich: Seine Pläne stoßen auf breite Zustimmung – sowohl bei interner als auch bei externer Konkurrenz.

Mit „Interesse“ las man in der SPÖ-Parteizentrale die „Krone“ und nahm mit ebensolchem die Präsidentschaftspläne des ehemaligen burgenländischen Landeshauptmanns auch in seiner eigenen Partei zur Kenntnis. Da die Wahl aber erst im Jahr 2028 sei und über Nominierungen in der SPÖ in den Gremien entschieden werde, wolle man sich in der Zentrale in der Wiener Löwelstraße dazu vorerst noch nicht näher äußern.

Niessl selbst kündigte bekanntlich aber an, eine Kandidatur auch ohne die Hilfe der „links-linken Babler-SPÖ“ zu erwägen. Konkretes aus der SPÖ kam zu dem Vorstoß aus Niessls Heimat – und überraschenderweise auch aus Kärnten. 

Doskozil und Kaiser zollen Respekt
Niessls Nachfolger, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, richtete den Genossen in Wien aus, die Pläne „ernsthaft prüfen“ zu sollen. Immerhin habe sich Niessl als langjähriger Landeshauptmann und Landesparteivorsitzender große Verdienste erworben. „Er ist eine Persönlichkeit, die über Parteigrenzen hinweg Anerkennung genießt. Dass er sich mit einer möglichen Präsidentschaftskandidatur beschäftigt, ist eine persönliche Entscheidung, die er sich sicher gut überlegt hat. Die Bundespartei wäre gut beraten, diese Option ernsthaft zu prüfen und nicht leichtfertig vom Tisch zu wischen“, so Doskozil.

Ähnlich sieht das Kärntens Noch-Landeshauptmann Peter Kaiser, dem bekanntlich selbst Ambitionen und auch aussichtsreiche Chancen auf eine Präsidentschaft eingeräumt werden. Er meint: „Hans Niessl hat über viele Jahre hinweg bewiesen, dass er Verantwortung übernehmen kann und ein tiefes Verständnis für die Anliegen der Menschen in unserem Land mitbringt. Sein Engagement für die Republik und seine Bereitschaft, sich auch weiterhin in den Dienst Österreichs zu stellen, verdienen Respekt“, erklärt Kaiser der „Krone“. Die Bundespräsidentenwahl 2028 liege laut Kaiser aber noch „in einiger Entfernung“. Bis dahin könne noch viel passieren.

Hofer lässt Antritt offen
Niessls Landsmann Norbert Hofer, bekanntlich Ex-FPÖ-Chef, Präsidentschaftskandidat und jetzt in der Privatwirtschaft tätig, äußerte sich ebenso anerkennend. „Hans Niessl ist eine integre Persönlichkeit. Ich werde trotzdem den freiheitlichen Kandidaten, die freiheitliche Kandidatin unterstützen.“ Auf die Frage, ob er selbst auch noch Lust hat, ein zweites Mal zu kandidieren, erklärt er der „Krone“ vielsagend: „Momentan habe ich das nicht auf meinem Radar. Ich fokussiere mich jetzt mal auf den burgenländischen Landtag und die Wirtschaft. Aber wie meinte meine verstorbene Mutter immer? Mal sehen, was bis dahin ist!“

„Ein sehr guter Kandidat“
Zuspruch kommt aber auch aus der ÖVP. Franz Steindl, immerhin 15 Jahre lang als ÖVP-Landesvize an Niessls Seite, kann einer Kandidatur viel abgewinnen. „Ich finde Niessls Überlegung einer Kandidatur grundsätzlich positiv, weil in einer Demokratie den Wählern immer eine breite Auswahl an Möglichkeiten geboten werden sollte“, sagt Steindl. Niessl sei ein sehr guter Kandidat. Steindl habe ihn in der Politik kennen- und auch außerhalb davon schätzen gelernt. „Niessl war einer der wenigen, der mich nach meinem Ausscheiden aus der Politik bei Projekten weiterhin unterstützt hat“, erinnert er sich zurück.

Präsident für Niessl als Präsident
Auch der ÖVP-Nationalratsabgeordnete und Landwirtschaftskammer-Präsident Johannes Schmuckenschlager zeigte sich einer Niessl-Kandidatur gegenüber nicht abgeneigt. Ein überparteilicher Antritt wäre aus seiner Sicht „vernünftig“ und „gescheit“. Er gehe außerdem davon aus, dass Niessl sich mit den anderen, befreundeten Alt-Landeshauptleuten wie Niederösterreichs Erwin Pröll (ÖVP) und Wiens Michael Häupl (SPÖ) abgesprochen habe und diese nicht antreten werden. Als Bacchus-Preisträger wäre Niessl auch für die Weinwirtschaft ein positives Zeichen und „auf jeden Fall unterstützenswert“, meinte Schmuckenschlager.

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