Mit dem 0:9 gegen die Schweiz kassierte Österreich im vierten Spiel die erste Niederlage bei der Eishockey-A-WM in Zürich, die gleich in eine kräftige Watsch´n ausartete. Die Spieler suchten keine Ausreden, richteten den Blick aber schon wieder nach vorne – denn Samstag wartet das so wichtige Duell mit Deutschland.
Die „Krone“ berichtet aus Zürich
30:20-Torschüsse hatte die Schweiz am Ende zu Buche stehen, nicht weiter schlimm. Umso heftiger fiel das Resultat aus: „Es war in dieser Höhe vielleicht ein bisschen zu hoch“, gestand auch der Schweizer Stürmer Georg Bertschy, der in der 57. Minute den Schlusspunkt beim Schützenfest setzte.
Er gestand zudem: „Mit so einem hohen Sieg hatten wir nie und immer gerechnet. Wir hatten Österreich zuvor bei diesem Turnier gesehen, sie waren gut gestartet. Wir wussten, dass wir von Anfang bereit sein müssen. Das ist uns sehr gut gelungen.“ Nach einem spielfreien Tag lief der Motor bei den Eidgenossen auf Hochtouren – während Österreich im vierten Spiel in fünf Tagen an seine Grenzen stieß: „Das soll aber keine Ausrede sein, die Schweizer Leistung nicht schmälern“, so der Tenor im österreichischen Lager.
Der Teamchef verspürt nur wenig Lust, sich noch länger mit dieser Abfuhr zu beschäftigen: „Ich kann mir vorstellen, dass wir der Mannschaft von diesem Spiel nichts auf Video zeigen werden. Weil es nix bringt“, analysierte Roger Bader, der die Überlegenheit des Gegners neidlos anerkannte: „Der Gegner war mehr als eine Klasse überlegen. Das ist nicht unser Niveau, so gut sind wir noch nicht.“
Ob es für ihn als Schweizer eine besonders bittere Niederlage war: „Nein!“ hielt Bader entschieden dagegen. „Für mich wäre es gegen Ungarn oder Großbritannien eine bittere Niederlage gewesen. Es ist ein Freude zu sehen, wie gut die Schweiz ist – vielleicht aber nicht gerade heute“, hat Bader seinen Humor nicht verloren.
Die Mannschaft sei auch nach dem 0:9 intakt: „Ich glaube nicht, dass ich sie aufrichten muss. Niemand muss sich schämen. Die ganze Reise seit der Vorbereitung und mit den drei Siegen zum WM-Start ist viel mehr in den Köpfen als dieses Spiel gegen einen phantastischen Gegner.“
Das sieht auch Verteidiger Bernd Wolf so: „Ich sehe keine Krise oder Panik. Wir sind nie auseinander gefallen, auch bei 0:7 haben wir in Unterzahl die Schüsse geblockt, füreinander gekämpft.“ Das Spiel sei auch Teil eines Lernprozesses: „Sie haben uns aufgezeigt, wie gut man Eishockey spielen kann, dass wir noch besser werden müssen.“
Am starken Zusammenhalt im Team ändere auch so ein Nachmittag nichts: „Wir haben uns vorab gesagt, dass sie uns den Finger abhacken können, doch das Herz rausreißen dürfen sie uns nicht. Das ist uns gelungen.“
Clemens Unterweger meinte in Richtung der kommenden Aufgaben: „Ich kann versprechen, dass wir durch dieses Spiel sicher stärker hervorgehen, nicht auseinander brechen werden. Wir sind nach wie vor eine saucoole Truppe.“ Nach zwei freien Tagen wartet am Samstag das so wichtige Duell mit Deutschland – live zu sehen ab 20.20 Uhr in ORFeins.
Wieder mit den Stürmern Dominic Zwerger und Vinzenz Rohrer, die Bader gegen die Schweiz nicht zum Einsatz gebracht hatte: „Beide hätten gespielt, wenn es sich um das letzte Match im Turnier gehandelt hätte. Beide sind leicht angeschlagen, aber nicht so, dass sie das nächste Spiel nicht spielen können.“
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