„Auch ohne Babler-SPÖ“

Ex-Landeschef Niessl plant Antritt für die Hofburg

Innenpolitik
03.02.2026 19:30

Es ist ein Paukenschlag im politischen Schneckenrennen um die Hofburg: Hans Niessl, immerhin 19 Jahre Landeshauptmann im Burgenland, plant als erster Kandidat konkret seinen Antritt für die im Jahr 2028 stattfindende Bundespräsidentenwahl. Der „Krone“ hat er verraten, wie er das höchste Amt im Staat reformieren würde. 

Er war 14 Jahre lang Bürgermeister und 19 Jahre lang Landeshauptmann, hat als SPÖ-Politiker jede Wahl, bei der er als Spitzenkandidat angetreten ist, gewonnen und kennt nicht nur die Politik im Osten Österreichs wie seine Westentasche. Hans Niessl, derzeit Präsident des Dachverbands Sport Austria, hat immer noch viel vor. Man könne zwar nicht in die Zukunft schauen, aber – so erklärt der 74-Jährige der „Krone“ – er plane, bei der Bundespräsidentenwahl im Jahr 2028 zu kandidieren.

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Überheblichkeit und Unwissenheit gibt es in der aktuellen Politik leider viel zu viel!

Hans Niessl

Antritt auch ohne Bablers Wohlwollen
Und das – wie er betont – „gegebenenfalls auch ohne die links-linke Babler-SPÖ, als überparteilicher Kandidat“. Selbst auf die Idee ist Niessl allerdings nicht gekommen. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Sport Austria-Präsident seien landauf, landab Menschen mit dieser Idee auf ihn zugekommen. Eine Idee, die im politischen Menschen Niessl weiter gereift und folglich in einem konkreten Konzept für eine Kandidatur gemündet sei.

Hans Niessl koalierte mit dem Blauen Johann Tschürtz (links) im Burgenland und bereitete so den ...
Hans Niessl koalierte mit dem Blauen Johann Tschürtz (links) im Burgenland und bereitete so den Boden für Hans Peter Doskozil.(Bild: APA/ROBERT JAEGER)

Präsenz bei den Festspielen „reicht nicht aus“
„Ich möchte das Präsidentenamt reformieren und viel mehr direkt bei den Menschen im Land sein. Sich bei den Festspielen in Salzburg, Bregenz und Mörbisch zu zeigen, reicht nicht“, meint Niessl in Richtung des aktuellen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen.

Er wolle die Hofburg stattdessen „durchlüften“, konkret den Gemeinde- und den Städtebund häufiger treffen, einen fixen Tag pro Monat ein Bundesland besuchen („gerne auch den Marktplatz im Dorf“) und sich beim traditionellen Essen am Vorabend der Landeshauptleute-Konferenz mit an den Tisch setzen. Ein Gremium, das er noch aus seiner eigenen Zeit als Landeshauptmann ungemein schätze. Noch heute hält er mit seinen Kollegen und Freunden Erwin Pröll und Michael Häupl eine Art kleine Landeshauptleute-Konferenz im privaten Rahmen ab.

Niessl würde Kickl beauftragen
Geschätzt wird Niessl selbst für seine verbindende Art. In der heutigen Zeit werde einfach zu viel gestritten: die Parteien untereinander und selbst in der SPÖ. „Generell gibt die Politik so für die Menschen kein gutes Bild ab. Wir müssen als Gesellschaft endlich wieder mehr miteinander reden, anstatt übereinander. Diesen Zusammenhalt für Österreich wieder anzustreben, wäre mir sehr wichtig“, untermauert der Rote.

Und immerhin war er es auch, der es als SPÖ-Landeshauptmann schaffte, mit wechselnden Mehrheiten im freien Spiel der Kräfte – und dann auch mit der FPÖ – zu koalieren. Eine rot-blaue Zusammenarbeit, die nicht zuletzt Hans Peter Doskozil das Fundament für die absolute Mehrheit im Jahr 2020 legte. Mit Blick auf die Geschehnisse nach der jüngsten Nationalratswahl meint Niessl: „Falls Herbert Kickl auch bei der nächsten Wahl mit der FPÖ Platz 1 erreichen würde, dann bekäme er natürlich den Regierungsbildungsauftrag. Alles andere wäre für mich undemokratisch“, stellt Niessl klar.

„Ein Bundespräsident muss natürlich mit allen demokratisch gewählten Parteien reden. Zudem muss er wissen, wie die normalen hart arbeitenden Menschen ticken. Was sie brauchen und was nicht. Volksnähe ist gefragt“, so Niessl abschließend zu seinem Amtsverständnis.

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