Apokalypse abgesagt

Was die Wissenschaft im nächsten Jahr beschäftigt

Wissen
30.12.2025 11:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Weltuntergang oder wissenschaftlicher Aufbruch? Obwohl der Physiker Heinz von Förster den „Doomsday“ einst für 2026 berechnete, spricht heute vieles für ein besonders dichtes Wissenschaftsjahr. Von Budgetentscheidungen in Österreich über neue Krebs- und Gentherapien bis hin zu Mondmissionen und künstlicher Intelligenz: Ein Überblick von A bis Z zeigt, warum 2026 für Forschung und Gesellschaft richtungsweisend werden könnte.

Kritischer Punkt berechnet
Apokalypse

Der österreichisch-amerikanische Physiker Heinz von Förster sagte 1960 den Weltuntergang für den 13. November 2026 voraus. Grundlage war eine mathematische Rechnung zum Bevölkerungswachstum, das theoretisch „ins Unendliche“ steigen würde. Von Förster wollte damit vor den Folgen ungebremsten Wachstums warnen – nicht den tatsächlichen Untergang der Menschheit ankündigen.

Großer Brocken fällig
Budget

In Österreich geht es 2026 um viel Geld: Die Finanzierung der großen Forschungseinrichtungen für die Jahre 2027 bis 2029 wird verhandelt. Für die laufende Periode stehen 5,05 Milliarden Euro zur Verfügung. Wie groß der künftige „Budgetkuchen“ ausfällt, ist noch offen.

Der Teilchenbeschleuniger CERN geht in eine mehr als drei Jahre dauernde Umrüstphase.
Der Teilchenbeschleuniger CERN geht in eine mehr als drei Jahre dauernde Umrüstphase.(Bild: AFP/HANDOUT)
In Schaffenspause
CERN

Der große Teilchenbeschleuniger LHC bei Genf wird im Juli 2026 für mehrere Jahre abgeschaltet, um ihn technisch aufzurüsten. Ab 2030 sollen dort noch intensiver Teilchenkollisionen erforscht werden.

Vielversprechende Tests
DNA-Fragmente von Krebszellen

Ein Bluttest, der rund 50 Krebsarten schon vor ersten Symptomen erkennen soll, liefert 2026 erste große Studienergebnisse aus Großbritannien. Der Test sucht nach genetischem Material, das Tumore ins Blut abgeben.

Wird die Technologie, die uns schon durch die Corona-Krise gebracht hat, nun zum Gamechanger ...
Wird die Technologie, die uns schon durch die Corona-Krise gebracht hat, nun zum Gamechanger gegen Krebs?(Bild: P. Huber)
Gegen Einflussnahme
EU-Forschungssicherheit

Die EU plant 2026 ein Kompetenzzentrum für Forschungssicherheit. Ziel ist es, den Umgang mit sensiblen Daten und Wissen besser zu schützen – auch vor unerwünschtem Einfluss aus dem Ausland.

Steuerliche Begünstigung
Forschungsprämie

Neue Richtlinien für die steuerliche Forschungsprämie werden erwartet. Unternehmen können damit weiterhin 14 Prozent ihrer Ausgaben für Forschung und Entwicklung steuerlich geltend machen.

Personalisierte Behandlung
Gentherapie

Nach einer erfolgreichen personalisierten Gentherapie bei einem Baby wollen US-Forscher 2026 klinische Studien für weitere seltene Erbkrankheiten beantragen. Dabei wird gezielt fehlerhaftes Erbgut korrigiert.

Entstehung des Erdbodens
Hochseebohrung

China schickt 2026 sein neues Forschungsschiff „Meng Xiang“ auf Expedition. Es soll extrem tief in den Meeresboden bohren, um mehr über Aufbau und Bewegung der Erdkruste zu erfahren.

Künstliche Intelligenz bietet auch in der Wissenschaft ordentlich Potenzial – die Hoffnung auf ...
Künstliche Intelligenz bietet auch in der Wissenschaft ordentlich Potenzial – die Hoffnung auf bedeutende Fortschritte ist groß.(Bild: ipopba - stock.adobe.com)
„Aufstieg von KI-Wissenschaftlern“
Intelligenz, künstlich

Das Fachjournal „Nature“ erwartet 2026 einen Durchbruch durch KI-Systeme, die komplexe Aufgaben selbstständig erledigen können. Gleichzeitig werden auch Schwächen dieser Technologie deutlicher sichtbar.

Zulassung in Sichtweite
Krebs

BioNTech plant 2026 Zulassungsanträge für neue Krebsmedikamente. Getestet werden unter anderem moderne Immuntherapien, die das eigene Abwehrsystem gezielt gegen Tumore aktivieren.

Wissenschaft für alle
Lange Nacht der Forschung

Am 24. April 2026 öffnen Forschungseinrichtungen in ganz Österreich wieder ihre Türen. Die „Lange Nacht der Forschung“ soll Wissenschaft für ein breites Publikum erlebbar machen.

Mikroreaktoren, wie etwa der eVinci-Reaktor von Westinghouse, könnten eine sicherere Alternative ...
Mikroreaktoren, wie etwa der eVinci-Reaktor von Westinghouse, könnten eine sicherere Alternative zur bisher genutzten Atomkraft werden.(Bild: Westinghouse)
Klimafreundlicher Strom?
Mikroreaktoren

In den USA starten 2026 Tests mit sehr kleinen Kernreaktoren. Diese sollen lokal Strom liefern und gelten laut Entwicklern als besonders sicher und wartungsarm.

Kurzlebiges Teilchen
Myon

Am Fermilab in den USA wird 2026 ein Detektor fertiggestellt, der ein seltenes Verhalten von Elementarteilchen untersucht. Erste Messdaten werden ab 2027 erwartet.

Spatenstich
Neubauten

Mehrere große Forschungsgebäude in Österreich kommen 2026 voran oder werden fertiggestellt – von Physik über Stoffwechselforschung bis zur Präzisionsmedizin.

Anlass für Jubiläen
Quantenmechanik

2026 jährt sich die berühmte Schrödingergleichung zum 100. Mal. Eine internationale Konferenz in Wien soll an diesen Meilenstein der modernen Physik erinnern.

Der neue Wettlauf zum Mond hat begonnen. Während China bereits erfolgreich einen Rover vor Ort ...
Der neue Wettlauf zum Mond hat begonnen. Während China bereits erfolgreich einen Rover vor Ort hat, wollen die USA 2026 wieder vier Astronauten zur Umrundung des Erdtrabanten schicken.(Bild: APA/CNSA)
„Starker Verkehr“ zum Mond
Raumfahrt

Der Mond rückt wieder ins Zentrum: Die NASA plant mit „Artemis II“ eine bemannte Umrundung des Mondes, China will mit „Chang’e-7“ nahe dem Südpol nach Wassereis suchen.

„Einblick in die Zukunft“
Studien

„Nature Medicine“ nennt elf klinische Studien, die 2026 prägen könnten – von neuen Impfstoffen über Long-Covid-Therapien bis zu innovativen Krebsbehandlungen.

Viele Wissenschaftler in den USA sehen Trump als massive Bedrohung ihrer Arbeit – es scheint ...
Viele Wissenschaftler in den USA sehen Trump als massive Bedrohung ihrer Arbeit – es scheint nahezu unmöglich, vorherzusagen, was ihm in dieser Hinsicht im nächsten Jahr alles einfallen wird.(Bild: AFP/MANDEL NGAN)
Schwer berechenbar
Zweites Jahr der Trump-Administration

Laut „Nature“ werden die politischen Entscheidungen der US-Regierung auch 2026 die Forschung beeinflussen. Befürchtet werden Kürzungen, aber auch eine starke Fokussierung auf KI und Quantentechnologien.

Statt Weltuntergang verspricht 2026 ein Jahr voller wissenschaftlicher Weichenstellungen – mit Chancen, Debatten und Entscheidungen, deren Folgen weit über die Forschung hinausreichen.

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